Facebook-Mythen auf der SpurIm ersten Teil zerstörten wir bereits fünf Facebook-Mythen, nun sind fünf weitere dem Untergang geweiht.

6.) “Facebook und Social Media sind doch nur eine vorübergehende Modeerscheinung.”

Möglich – aber sehr unwahrscheinlich. Es kann natürlich niemand in die Zukunft sehen, ob es speziell Facebook in einem, fünf oder zehn Jahren noch geben wird. Doch derzeit treibt sich ein Sechstel der Weltbevölkerung auf Facebook herum. Und sollte es Facebook irgendwann nicht mehr geben, wird sich eine neue Plattform etablieren. Social Media hat Kommunikation und Marketing entscheidend beeinflusst. Unabhängig davon, ob es einzelne Plattformen irgendwann nicht mehr geben wird, werden sich die Strukturen, die durch Social Media entstanden sind, nicht in Luft auflösen. Zudem werden Social-Media-Präsenzen immer wichtiger, wenn es um das Fällen von Kaufentscheidungen oder das Bewerten eines potentiellen Arbeitgebers geht.

7.) “Die Nutzung von Facebook ist kostenlos, also ist es eine erfolgreiche Facebook Page auch.”

Die Nutzung von Facebook kostet kein Geld – doch verfallen Sie nicht dem Irrglauben, dass Sie nur eine Facebook Page aufsetzen brauchen, und Scharen von Fans, die nur auf Sie gewartet haben, strömen auf Ihre Seite.

Wie bereits erwähnt, ist die Konkurrenz auf Facebook groß. Sich dort durchzusetzen, und sei es nur in der eigenen Nische, kostet Geld: entweder in Form von Arbeitszeit oder in Form von Budget für Werbekampagnen. Meistens wird beides benötigt.

8.) “Unsere Facebook Page kann der Praktikant nebenbei betreuen.”

Lassen Sie Ihren Praktikanten auch unbeaufsichtigt Pressemitteilungen schreiben und verschicken? Auch wenn der Umgangston im Social Web eher locker ist: eine Facebook Page ist noch immer ein Kommunikationsmedium Ihres Unternehmens. Alles, was auf dieser Page veröffentlicht wird, wird als die Stimme Ihres Unternehmens wahrgenommen.

Wer auch immer die Facebook Page betreut, muss sich über ein paar Sachen im klaren sein: Wie will das Unternehmen auf Facebook kommunizieren? Welche Inhalte sollen veröffentlicht werden? Wie wird auf Feedback reagiert? Facebook mag privat ein Spielplatz sein, doch eine Unternehmens-Facebook-Page ist es nicht und darf es nicht sein.

Zudem hat “nebenbei” immer den Klang, als würde der Praktikant dann einmal die Woche fünf Minuten lang irgendetwas posten, und dann würde die Page schon Erfolg haben. Wie bereits geschrieben: nein, wird sie nicht. Eine erfolgreiche Facebook Page braucht genausoviel Zeit wie andere Social-Media-Präsenzen auch.

9.) “Facebook alleine reicht, mehr Social Media brauchen wir nicht.”

Und wenn der Facebook-Nutzer dann Ihr Fan geworden ist, was machen Sie dann mit ihm? Auch wenn es nicht das plakativ vorderste Ziel sein soll, soll doch aus diesem Fan ein potentieller Kunde/Auftraggeber/Multiplikator/Mitarbeiter/Kontakt werden.

Doch um sich mit mehr als nur einem “Gefällt mir”-Klick mit Ihrem Unternehmen zu verbinden, braucht der Fan mehr Informationen über Sie, als Ihre Facebook Page bieten kann. Sie müssen ihn auf ihre Website locken, doch wenn diese dann statisch und überholt ist, wird sich seine Begeisterung vermutlich in Grenzen halten. Hier gehen wir mit Sandra Holze von Likesmedia konform, die sagt: Sie brauchen keine Facebook Page, Sie brauchen einen Blog.

Ein Blog sollte das Zentrum Ihrer Social-Media-Aktivitäten bilden, und Facebook (sowie weitere Kanäle wie Twitter) können (und sollten) es ergänzen. Ansonsten verzichten Sie auf alle Vorteile, die ein Blog Ihnen bietet, Facebook jedoch nicht. Mehr zum Thema Blogging folgt in einer eigenen Artikelreihe.

10.) “Lassen wir Kommentare zu, bekommen wir sofort einen Shitstorm.”

Facebook_Mythen_Kommentare führen immer zum ShitstormDie Furcht vor einem sogenannten Shitstorm ist in ihrer derzeitigen Größe nur teilweise berechtigt. Ja, es kommt immer mal wieder vor, dass Nutzer im Social Web ihrem Unmut über ein Unternehmen freien Lauf lassen und gern einmal Sachlichkeit, Logik und gute Kinderstube beiseite legen. Doch zumeist zieht dieses unschöne Wetterphänomen auch genauso plötzlich, wie es aufkam, wieder vorbei. Nennenswerter Schaden muss in der Regel nicht befürchtet werden.

Es ist auch keineswegs so, dass Facebook-Nutzer mit gewetzten Messern darauf warten, dass Sie etwas auf Ihrer Page posten, um Sie dann gnadenlos öffentlich zu zerreißen. Oftmals entzünden sich solche Proteste an einer Beschwerde über das Unternehmen, doch den meisten Schaden richtet dann die Art der Reaktion des Unternehmens an. Man hat es in den allermeisten Fällen also selbst in der Hand, ob und wie sich ein solcher Shitstorm aufbaut. Reagiert man schnell und sachlich, nimmt den Kunden ernst, setzt sich mit seinem Anliegen auseinander und gibt gemachte Fehler offen zu, ist alles meistens schnell wieder vorbei. Wege aus der Krise zeigen wir in einer zweiteiligen Blogreihe auf.

Fazit

Viel wird über Facebook und Facebook-Mythen erzählt, doch das Meiste ist und bleibt Unsinn. Facebook ist weder unschaffbar noch simpel, weder der Überfeind noch das Zentrum der Welt.

Stellen Sie Facebook weder allein in den Mittelpunkt noch lassen Sie es komplett links liegen. Nehmen Sie Facebook als das, was es ist: eine hilfreiche, wenn auch arbeitsame Unterstützung.
Sie wollen mehr über Facebook erfahren? Dann stöbern Sie in unserem Facebook-Leitfaden! Dort finden Sie viele Tipps und Tricks rund um Ihre Facebook-Page.
Linktipps:

Allfacebook: Fünf Facebook Marketing Mythen – Mythos 3

Allfacebook: Fünf Facebook-Marketing Mythen -Mythos 5

Thomas Hutter: Facebook – Die 5 populärsten Mythen und Gerüchte

Selbständig im Netz: 5 Social Web Business-Mythen und die Realität

 

Selbständig im Netz: 5 weitere Social-Media-Mythen von Unternehmen und wie es wirklich funktioniert

Likesmedia: Mythos – Mein Unternehmen braucht eine Facebookseite

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Stefanie Norden

Stefanie Norden ist Teil des Teams von B2N Social Media Services. Unser Team unterstützt kleine Unternehmen, sich auch als Anfänger und mit wenig Zeit im Social Web bekannt zu machen. Unter "Leistungen" erfährst Du, wie wir auch Dir helfen können, mittels Social Media neue Kunden zu gewinnen.

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