Facebook-Mythen auf der SpurHeilsbringer und Antichrist: Facebook wird wie kaum ein anderes Unternehmen geliebt und verteufelt. Großer Beliebtheit und Möglichkeiten stehen unklarer Datenschutz und fragwürdige Regelungen entgegen. Eine Brutstätte für Facebook-Mythen aller Art. Gerade Unternehmer, die den Schritt zu Facebook abwägen, werden von diesen hartnäckigen Vorurteilen und Missverständnissen verunsichert und bleiben dem Netzwerk sicherheitshalber fern.

Da Sie so jedoch möglicherweise eine großartige Gelegenheit für Ihr Unternehmen verpassen, klären wir in diesem Artikel fünf von zehn der gängigsten Facebook-Mythen auf.

1.) “Auf Facebook sind doch eh nur Jugendliche.”

Ein vielgehörter Irrglaube. Facebook hat allein in Deutschland mehr als 25 Millionen aktive Nutzer. Allein an dieser Zahl kann man sehen, dass die Einschätzung, auf Facebook würden sich lediglich Teenager herumtreiben, weit gefehlt ist. In Wahrheit liegt das Durchschnittsalter auf Facebook bei über 38 Jahren. Und diese Nutzer vertreiben sich auf Facebook nicht nur ihre Zeit, sondern sie recherchieren ebenfalls Unternehmen und Produkte, um Kaufentscheidungen zu fällen.

 

2.) “Facebook verkauft die Daten seiner Nutzer.”

Beliebte Facebook-Mythen_Fans kaufen funktioniertFacebook wäre schön dumm, wenn es das täte. Die Daten seiner Nutzer sind für Facebook wertvolles Kapital, denn das Unternehmen macht allein durch ihre Werbekunden, die Werbung auf Facebook schalten, mehr als 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr. Durch die von den Nutzern eingegebenen Daten haben die Werbekunden die Möglichkeit, ihre Werbung genau auf ihre gewünschte Zielgruppe einzugrenzen: will man also Männern zwischen 30 und 35, die im Raum Bremen wohnen und sich für Segelfliegen interessieren, seine Werbung zeigen, kann man genau das bei der Erstellung der Werbekampagne auswählen. Der Werbekunde bekommt dabei keinen Zugriff auf die persönlichen Daten, sondern bekommt anonymisiert angezeigt, wie groß die ausgewählte Zielgruppe ist.

 

3.) “Jedes Unternehmen muss heutzutage eine Facebook Page haben.”

Facebook hat unbestreitbare Vorteile. Wo sich so viele Deutsche täglich aufhalten, ist man ja grundlegend als Unternehmen nicht komplett verkehrt. Präsenz allein nutzt jedoch wenig. Das Dilemma auf Facebook: nicht die großen Fanzahlen machen den Erfolg aus, sondern die Interaktion der Fans mit dem Unternehmen und seinen Inhalten. Ergo: die Zahl “x Personen sprechen darüber”. Nun eignet sich jedoch nicht jedes Thema, um die Facebook-Nutzer zum Mitmachen zu bewegen. Oftmals bekommen Ihre Fans die Beiträge Ihrer Seite noch nicht einmal angezeigt, da Facebook selektiert, was die Nutzer sehen. Was die Nutzer nicht sehen, damit können sie auch nicht interagieren. Reagiert jedoch kaum jemand auf Sie, werden Ihre Inhalte noch weniger Nutzern angezeigt.

Die Konkurrenz auf Facebook ist sehr groß, und meistens kommt der Weg zum Erfolg nicht ohne ein Budget für Werbung, hervorgehobene Beiträge und richtig, richtig viel Arbeit aus. Arbeit, die auf einer anderen Plattform, z.B. einem Unternehmens-Blog, wahrscheinlich zu deutlich besseren Ergebnissen führt.

 

4.) “Wenn wir eine Facebook Page haben, steigt unser Absatz rasant.”

“Rasant” funktioniert im Social Web das Allerwenigste. Sie dürfen sich nicht einreden lassen, dass Social Media ein Zaubermittel wäre. Zudem kann und sollte Facebook bzw. Social Media generell nie als reiner Verkaufskanal betrachtet werden. Über Facebook knüpft ein Unternehmen eine Verbindung zu seinen vorhandenen und potentiellen Kunden, stellt sich als Unternehmen und auch die Menschen dahinter dar, informiert und unterhält seine Leser. Dass (wenn es richtig gemacht wird) dadurch der Absatz gesteigert wird, ist natürlich möglich, nicht selten und unbedingt wünschenswert. Es sollte jedoch nicht das einzige Ziel sein.

 

5.) “Wozu Fans gewinnen, wenn man sie kaufen kann?”

Bekannte Facebook-Mythen_Fans soll man ruhig kaufenEinfache Gegenfrage: wozu Geld für gefälschte Accounts aus dem Ausland ausgeben, oder für Fans, die dafür bezahlt werden, damit sie auf Ihrer Seite auf “Gefällt mir” klicken? Interessieren sich diese Personen, sofern es sie überhaupt gibt, für Ihr Unternehmen? Werden sie auf Ihrer Seite kommentieren, teilen, liken? Nein. Was bedeutet, dass sie für Sie vollkommen nutzlos sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Kaufen von Fans im Social Web als sehr unseriös angesehen wird. Es gibt inzwischen Websites, auf denen jeder jede Page auf den Anteil der mutmaßlichen gefälschten und/oder ausländischen Fans hin überprüfen kann. Einige Politiker und Parteien sind jüngst damit aufgeflogen. Hat eine Page Fanzahlen im fünfstelligen Bereich, doch die “Personen, die darüber reden” bleiben zwei- oder gar einstellig, könnte das Unternehmen ebenso gut “Ich habe Fans gekauft!” auf seine Page posten. Desweiteren kann Facebook auch eine Page, die zuviele gefälschte Accounts als Fans hat, dauerhaft sperren.

Noch einmal: die Fanzahl allein bedeutet gar nichts. Sie brauchen keine Heerscharen passiver Fans. 100 Fans, die von Ihrem Unternehmen überzeugt sind, sind zigmal mehr Wert als 10.000 gekaufte Fans. Tun Sie sich selbst einen Gefallen und geben Sie Ihr Geld für Besseres aus. Fankauf schadet Ihrem Unternehmen mehr als er nutzt.

 

Fünf weitere Facebook-Mythen werden im zweiten Teil zerstört.

Sie wollen mehr über Facebook erfahren? Dann stöbern Sie in unserem Facebook-Leitfaden! Dort finden Sie viele Tipps und Tricks rund um Ihre Facebook-Page.
Linktipps:

Allfacebook: Fünf Facebook Marketing Mythen – Mythos 3

Allfacebook: Fünf Facebook-Marketing Mythen -Mythos 5

Thomas Hutter: Facebook – Die 5 populärsten Mythen und Gerüchte

Selbständig im Netz: 5 Social Web Business-Mythen und die Realität

 

Selbständig im Netz: 5 weitere Social-Media-Mythen von Unternehmen und wie es wirklich funktioniert

Likesmedia: Mythos – Mein Unternehmen braucht eine Facebookseite

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Stefanie Norden

Stefanie Norden ist Teil des Teams von B2N Social Media Services. Unser Team unterstützt kleine Unternehmen, sich auch als Anfänger und mit wenig Zeit im Social Web bekannt zu machen. Unter "Leistungen" erfährst Du, wie wir auch Dir helfen können, mittels Social Media neue Kunden zu gewinnen.
Facebook für Unternehmen: Zerstörung von Facebook-Mythen, Teil 1
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