Du hast Deine Facebook-Seite erstellt und an alles gedacht: Headergrafik und Profilbild, Impressum, die ersten Beiträge… Aber irgendetwas fehlt. Und dann sticht es Dir ins Auge: Dir fehlen die Fans. Doch zum Glück gibt es dafür eine einfache Lösung: Du kannst schnell für wenig Geld Facebook-Likes kaufen.

Stopp! Wenn Du an diesen Punkt gelangst, tue Dir selbst und Deiner Facebook-Seite einen Gefallen und kaufe niemals, niemals Fans. Denn statt die erhofften Vorteile zu erreichen, wirst Du Deinem Unternehmen durch gekaufte Fans auf sechs Arten schaden.

Facebook-Likes kaufen bringt nichts

Wie kann man Facebook-Likes kaufen?

Die meisten Angebote für gekaufte Fans sind möglich, weil in Schwellenländern Menschen in Klickfarmen sitzen und für ein paar Cent mit ihren vielen Hundert Fake-Profilen Seiten und Beiträge liken, die ihnen vorgegeben werden. Da die Löhne in diesen Ländern so gering sind, sind die Pakete von ein paar Hundert oder Tausend Likes für Unternehmen zu einem Spottpreis zu beziehen.
Es ist auch möglich, „echte“ Fans aus Deutschland zu kaufen, allerdings ist dies wesentlich teurer. Denn hier handelt es sich nicht um Fake-Profile, sondern um echte Nutzer, die sich ein wenig Geld nebenher verdienen.

Da wir die Praxis des Fankaufs nicht unterstützen, werden wir an dieser Stelle keine Links zu solchen Angeboten veröffentlichen.

 

1.) Facebook-Likes kaufen sieht schlecht aus

Sicher, auf den ersten Blick macht eine hohe Fanzahl einen guten Eindruck. Und gerade im Vergleich zu Mitbewerbern möchtest Du nicht das Schlusslicht sein, was die Fans angeht. Allerdings ist es keine Lösung, wenn Du Facebook-Likes kaufen und damit gleichziehen willst. Denn gekaufte Fans werfen ein schlechtes Licht auf Dich, und sie sind meist relativ leicht als solche zu erkennen.

Im Social Web ist es verpönt, Fans und Follower zu kaufen. Unternehmen, die Facebook-Likes kaufen, zeigen damit ihren wenigen echten Fans, dass es ihnen nicht um den offenen Austausch mit ihnen geht, sondern sie nur hinter einer möglichst hohen Fanzahl her sind. Ein Fan ist nur noch ein Teil einer Zahl, aber nicht mehr. Gleichzeitig kann der Eindruck entstehen, dass das Unternehmen sich keine Mühe dabei geben will, und stattdessen den schnellen oberflächlichen Weg wählt. Das ist kein Eindruck, den potentielle Kunden von einem gewinnen sollen, oder?

Natürlich kann nicht mit 100%iger Sicherheit gesagt werden, ob ein Unternehmen falsche Fans hat. Aber es gibt einige gute Hinweise um zu erkennen, ob Seitenbetreiber Facebook-Like kaufen oder nicht:

 

  • Die weltweite Verteilung der Fans. Wenn ein Großteil der Fans aus Ländern kommt, in denen das Unternehmen gar nicht agiert, sind dies wahrscheinlich gekaufte Fans. Typische Länder für gekaufte Fans sind Schwellenländer. Aber Vorsicht: Vielleicht stammen auch viele Fans aus einem Schwellenland, weil das Unternehmen hier etwas für die Entwicklungshilfe getan hat.

 

  • Kaum Interaktion mit der Seite. Wenn bei großen Fanzahlen kaum Reaktionen auf Beiträge erfolgen, ist dies ein weiterer Indikator für gekaufte Fans. Natürlich kann man auch Likes für einzelne Beiträge kaufen, um Interaktion vorzugaukeln. Aber jeder Nutzer kann einsehen, wer einen Beitrag gelikt hat, und wenn sich hier Fake-Profile sammeln, ist es eindeutig.

 

  • Rascher Anstieg von Fans innerhalb weniger Tage. Wenn ein Unternehmen innerhalb weniger Tage plötzlich viele Hundert oder gar Tausend Fans dazugewinnt, sind diese wahrscheinlich gekauft. Wenn der Grund dafür eine erfolgreiche Kampagne ist, sollte man Informationen über diese auf der Facebook-Seite finden.

Es ist heute nur noch eine Sache von wenigen Klicks herauszufinden, ob Unternehmen Facebook-Likes kaufen oder nicht. Dazu muss man nicht einmal Fan der jeweiligen Seite sein, sondern einfach die jeweilige URL in z.B. dieses Tool eingeben. Innerhalb von Sekunden wird nun ausgewertet, aus welchen Ländern die Fans der Seite stammen.

Fazit: Gekaufte Fans kosten zwar nicht viel Geld, allerdings ist es nicht schwer, herauszufinden, dass es gekaufte Fans sind. Wenn Du Facebook-Likes kaufen und dies tarnen willst, musst Du deutlich tiefer in die Tasche greifen.

 

2.) Gekaufte Fans verringern Deine Reichweite

Dies ist ein Punkt, der vielen nicht bewusst ist. Die Facebook-Reichweite sagt aus, wie viele Facebook-Nutzer die Inhalte Deiner Seite tatsächlich zu sehen bekommen. Da Facebook seine Mitglieder bei Laune halten und ihren Newsfeed frei von Beiträgen halten möchte, die sie nicht interessieren, werden ihnen primär nur Inhalte von den Seiten angezeigt, mit denen sie viel interagieren. Deshalb wird nicht jedem Fan jeder Beitrag einer Seite angezeigt.

Das heißt zuerst einmal, dass Facebook-Likes kaufen dazu führt, dass diese falschen Fans nicht mit der Seite interagieren und deshalb die Inhalte später kaum angezeigt bekommen. Allerdings registriert Facebook, dass von den vielen Fans dieser Seite kaum jemand mit der Seite agiert, woraus der Algorithmus schließt, dass die Seite an sich nicht sonderlich interessant ist. Als Ergebnis davon sinkt die Reichweite, so dass auch die echten Fans wesentlich seltener Inhalte angezeigt bekommen.

Fazit: Facebook-Likes kaufen führt dazu, dass die gesamte Reichweite der Facebook-Seite einbricht, wodurch auch die echten Fans die Beiträge nur noch selten sehen.

 

3.) Facebook-Likes kaufen ist womöglich wettbewerbswidrig

Wenn ein Unternehmen Facebok-Likes kaufen möchte, begibt es sich mitunter auf recht dünnes Eis. Denn eine hohe Fanzahl suggeriert, dass viele Menschen das Unternehmen positiv bewerten, was potentielle Kunden täuschen kann. Gerichtlich wurde hier entschieden, dass Facebook-Likes kaufen oder Fans über Gewinnspiele zu generieren per se keine Täuschung ist.

Trotzdem ist ein wenig Vorsicht geboten: Wenn ein Unternehmen mit seiner Popularität wirbt, diese aber aus bekauften Fans besteht, kann dies als Irreführung verstanden werden. Ebenso, wenn Fans Vergünstigungen angeboten bekommen, wenn sie positive Erfahrungsberichte verfassen.

Wir haben keinen juristischen Hintergrund und können keine Rechtsberatung geben. Einen sehr guten Überblick über die juristischen Aspekte zur Frage, ob es wettbewerbswidrig ist, wenn Unternehmen Facebook-Likes kaufen, findest Du auf www.abmahnungs-hilfe24.de.

 

4.) Facebook löscht Fake-Profile

Und damit auch diejenigen, die von Klickfarmen eingerichtet und von Unternehmen gekauft wurden. Das hat natürlich den Vorteil, dass man auf diese Weise die falschen Fans loswerden kann, die der Facebook-Seite mehr schaden als nutzen. Allerdings heißt dies auch, dass man Geld ausgegeben hat und nicht sicher sein kann, wie lange man die damit erstandene Leistung überhaupt nutzen kann.

 

5.) Die Statistik wird verwässert

Facebook bietet Seitenbetreibern viele Möglichkeiten an, Statistiken über optimale Zeitpunkte zur Veröffentlichung von Beiträgen oder zur Zusammensetzung der Fans zu nutzen. Allerdings verwässern gekaufte Fans diese Angaben ganz massiv: Wenn ein Großteil der Fans gekauft ist, ist nicht mehr klar, wie die „echte“ Fangruppe sich gestaltet oder zu welchen Zeiten man sie am besten mit Inhalten erreicht. Facebook-Likes kaufen schadet also auch dahingehend, dass man der eigenen Statistik ein enormes Datenrauschen hinzufügt, bis man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

 

6.) Willst Du wirklich Klickfarmen unterstütze?

Ganz zum Schluss stellt sich eine moralische Frage, wenn Du darüber nachdenkst, ob Du Facebook-Likes kaufen solltest: Willst Du wirklich Klickfarmen in Schwellenländern unterstützen? Sicher, die Menschen dort verdienen mit ihrer Arbeit Geld. Allerdings stehen sie damit in Abhängigkeit von den Firmen, die ihre Arbeit verkaufen, und den sozialen Netzwerken. Wer diese Menschen unterstützen möchte, sollte das Geld für den Fankauf lieber an gemeinnützige Organisationen spenden, die Projekte organisieren, um dort weniger zweifelhafte Arbeitsplätze zu schaffen.

 

Fazit: Facebook-Likes kaufen lohnt sich nicht

Dies alles sind gute Gründe, weshalb kein Unternehmen Facebook-Likes kaufen sollte. Auch, wenn der Weg zu einer echten großen Community steinig und lang ist: Es lohnt sich. Nehme Dir die Zeit die notwendig ist, um Facebook-Nutzer mit Deinen Inhalten von Dir zu überzeugen, und freue Dich über eine starke Gemeinschaft, die so entsteht. Du wirst Dich wesentlich mehr über viele Reaktionen auf einen tollen Beitrag freuen, wenn diese echt und nicht gekauft sind. Und Du hast das gute Gewissen, Dir und Deiner Seite etwas Gutes zu tun.

Wie denkst Du zum Thema Fankauf? Hast Du sogar schon einmal Fans gekauft? Wir sind gespannt auf Deine Antwort!

photo credit: A Fool and His Money by David Goehring via photopin (license)

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* Wie Du Facebook, Blog und Co. mit überschaubarem Zeitaufwand pflegst.

* Wie Dein Unternehmen im Social Web neue Kunden gewinnen und Kundenbeziehungen pflegen kann.

Frauke Bitomsky

Frauke Bitomsky ist Teil des Teams von B2N Social Media Services. Unser Team unterstützt kleine Unternehmen, sich auch als Anfänger und mit wenig Zeit im Social Web bekannt zu machen. Unter "Leistungen" erfährst Du, wie wir auch Dir helfen können, mittels Social Media neue Kunden zu gewinnen.
Facebook-Likes kaufen: 6 Gründe, warum es Deinem Unternehmen schadet

8 thoughts on “Facebook-Likes kaufen: 6 Gründe, warum es Deinem Unternehmen schadet

  • 11. November 2015 bei 09:07
    Permalink

    Ganz wichtiger Beitrag, insofern man das mit dem Fankauf gar nicht oft genug sagen kann! Das Tool kannte ich übrigens noch nicht. Habe damit gleich mal die Fanpage eines möglichen neuen Kunden getestet, die trotz relativ hoher Anzahl an Fans kaum Interaktion hat. Und jetzt weiß ich auch wieso … 😀

    Nur weiter so , B2N!

    • 11. November 2015 bei 11:33
      Permalink

      Vielen Dank 🙂

      Das Tool ist wirklich praktisch und ich bin froh, es gefunden zu haben. Viel Glück mit dem potentiellen Kunden 🙂

  • 11. November 2015 bei 09:28
    Permalink

    Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag! Neu war für mich insbesondere der link zum sterntv tool zum check der Länderverteilung von likes einer Seite, hochinteressant!

    • 11. November 2015 bei 11:34
      Permalink

      Hallo Sabine,

      vielen Dank 🙂
      Es freut mich, dass ich mit dem Link zu dem Tool helfen konnte 🙂

  • Pingback: Cheat Sheet - ein kleiner Facebook Spickzettel

    • 27. November 2015 bei 15:40
      Permalink

      Hallo Tina,

      vielen Dank für das Lob und die Linkempfehlung 🙂
      Das mit dem Link passt gut, und Dein Facebook-Spickzettel sieht sehr gut aus.

      Liebe Grüße
      Frauke

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