Social-Media-Recht ist in Deutschland noch nicht angekommen. Weder hat die deutsche Rechtsprechung mit der technischen Entwicklung des Web 2.0 Schritt gehalten noch ist den meisten Social-Media-Nutzern, privat oder beruflich, auch nur wirklich bewusst, welchen rechtlichen Einschränkungen ihre Aktivitäten unterliegen. Immer noch herrscht vielerorts der Irrglaube, das Social Web würde rechtlich anders behandelt werden als das Offline-Leben, oder deutsches Recht würde auf Plattformen, die aus dem Ausland stammen, nicht gelten.

Ein Irrglaube, der teuer zu stehen kommt, denn immer häufiger werden vier- bis fünfstellige Abmahn- und Gerichtskosten aufgrund von Rechtsverstößen im Social Web fällig. Teilweise auch höhere Summen, die kleinen Unternehmen die Existenz kosten können.

Leider ist es durch die deutsche Rechtslage eigentlich unmöglich, zu 100% rechtssicher im Social Web unterwegs zu sein. Trotzdem ist es sehr ratsam, sich um bestimmte Punkte, die immer wieder mit kostspieligen Folgen falsch gemacht werden, zu kümmern. Diese Reihe zeigt diese Punkte auf und erläutert, wie Sie bei Ihren Social-Media-Aktivitäten rechtssicher vorgehen.

Den Beginn macht heute das immer wieder aktuelle Thema “Impressum bei Facebook und anderen Social-Media-Präsenzen”.

Wichtig: Wir sind keine Juristen, und wenngleich wir sorgfältig recherchieren, können wir für die Rechtssicherheit unserer Ratschläge natürlich nicht garantieren. Wenden Sie sich in Zweifelsfällen an einen Rechtsanwalt.

Ein Impressum bei Facebook?

Ein Thema fürs gesamte Social Web, was jedoch vor allem auf Facebook stattfindet. Vor allem auf Facebook finden immer wieder regelrechte Abmahnwellen statt, und der Grund liegt hier in fehlenden Impressen, oder Anbieterkennzeichnung, bei Facebook Pages. Denn genauso wie gewerblich betriebene Websites müssen auch Facebook Pages von Unternehmen über ein rechtssicher eingebundenes Impressum verfügen. Diese Pflicht liegt nicht beim Betreiber der Plattform, also Facebook, sondern beim Betreiber der Page, also dem Unternehmen. Und auch dieses Unternehmen muss für ein fehlendes Impressum gerade stehen.

Also: Eine Facebook Page benötigt ein Impressum. Dieses muss einfach erkennbar und unmittelbar erreichbar sein. Der Nutzer darf maximal zwei Klicks brauchen, um zum Impressum zu gelangen. Ein Impressum, das sich hinter der Infobox verbirgt, ist laut Gerichtsbeschluss nicht einfach erkennbar, ebenso wenig wie ein nicht bezeichneter Link in der Infobox. Zudem gelten die gleichen Anforderungen, wird die Facebook Page über ein mobiles Gerät dargestellt.

 

Wie richtet man ein Impressum auf Facebook ein?

(Update 28.02.2014)

Rechtsanwalt Thomas Schwenke hat eine Anleitung zum sicheren Facebook-Impressum erstellt. Danach können Sie mit einer von drei Alternativen zu 99% sicher vor Abmahnungen sein:

1.)

  • Rufen Sie ganz oben auf Ihrer Facebook Page “Seite bearbeiten”, danach “Seiteninfo aktualisieren” auf.
  • Stellen Sie unter “Kategorie” sicher, dass Ihre Page nicht als “Lokales Geschäft” geführt wird (da Sie sonst keine Möglichkeit zu den notwendigen Angaben haben)
  • Klicken Sie neben “Kurze Beschreibung” auf “Bearbeiten” und geben Sie “Zum Impressum” ein. Dieser Text erscheint auf Ihrer Page in der Infobox unter dem Namen der Page. Stellen Sie sicher, dass der Text vor dem Impressumshinweis nicht so lang ist, dass der Hinweis auf der Page nicht mehr sichtbar ist.
  • Klicken Sie neben “Ausführliche Beschreibung auf “Bearbeiten” und setzen Sie den Hinweis “Zum Impressum” an den Anfang.
  • Kopieren Sie Ihr Impressum ans Ende des selben Textfeldes

Tipp: Impressum über http://www.e-recht24.de/impressum-generator.html generieren.

Achten Sie zudem darauf, dass in der Seiteninfo das Feld “Aufgabe” leer bleibt, denn ansonsten erscheint in der mobilen Ansicht Ihre Aufgabe in der Infobox, nicht der Hinweis zum Impressum.

2.)

Sie setzen in die o.g. kurze Beschreibung Ihrer Facebook Page einen Link zum Impressum auf Ihrer Website. Um Platz zu sparen, kann ein Linkverkürzer wie bit.ly eingesetzt werden, jedoch muss der Link klar als Impressumslink erkennbar sein (z.B.: “Impressum: www…). Zudem muss im Impresum Ihrer Website stehen, dass dieses Impressum auch für Ihre Facebook Page (hier auch die URL angeben) gilt, und das Impressum muss auf den gleichen Firmennamen wie auch Ihre Facebook Page laufen.

3.)

Sie benutzen eine Impressums-App, durch die Ihr Impressum als Reiter (Tab) auf Ihrer Facebook Page erscheint. Nutzen Sie bereits mehrere Reiter, achten Sie darauf, dass der Reiter zum Impressum in der ersten Reihe stehen, also sofort sichtbar sein muss.

 

Damit ist zumindest bei Aufrufen im Browser die Abmahnungsgefahr so gut wie möglich gebannt. Leider ist die Situation bezüglich der mobilen Ansicht von Facebook noch immer unklar, doch ist die Abmahngefahr laut Thomas Schwenke hierbei weitaus weniger groß. Die weitere Entwicklung bleibt hier abzuwarten, und wir werden bei Neuigkeiten diesen Artikel aktualisieren.

 

Impressum im Social Web

Doch nicht nur auf Facebook, auch auf anderen, unternehmerisch genutzten Social-Media-Präsenzen muss ein Impressum vorhanden sein. Denn diese Präsenzen unterliegen den gleichen Bestimmungen, wie es auch Ihre Unternehmens-Website tut.

Im eigenen Blog ist dies am einfachsten, da wie auf jeder anderen Website auch eine eigene Seite für das Impressum angelegt werden kann. XING verfügt inzwischen über ein eigenes Impressumsfeld. Auf Twitter empfiehlt sich das Einbinden des Impressums in der Twitter-Info, das wir im Rahmen unseres Artikels “In wenigen Schritten zum Twitter-Account” erklären.

Neben der gesetzlichen Verpflichtung, ein Impressum bereitzustellen, sollte auch jedem Unternehmer im Social Web daran gelegen sein, seine Seriosität damit auszudrücken. Es erhöht das Vertrauen der Besucher, wenn sie sofort erkennen können, dass Ihr Unternehmen sich transparent gibt und seine Identität nicht verschleiert.

UPDATE: Durch die Einführung der Rezensionen (Sterne-Bewertung) auf Facebook wurde die Einbindung eines rechtssicheren Facebook-Impressums noch einmal verkompliziert. Wie man trotzdem auf der rechtlich sicheren Seite bleiben, beschreiben die Kollegen von Guter-Kundenservice.de.

 

In den weiteren Teilen dieser Reihe werden Sie mehr über weitere rechtliche Fallstricke im Social Web erfahren.
Sie wollen mehr über Facebook erfahren? Dann stöbern Sie in unserem Facebook-Leitfaden! Dort finden Sie viele Tipps und Tricks rund um Ihre Facebook-Page.
Blogs zum Thema Social-Media-Recht:

www.lawbster.de

rechtsanwalt-schwenke.de/blog

www.internet-law.de

socialmediarecht.wordpress.com

In unserem Social-Media-Training lernst Du:

* Wie Du mit einfachen Anleitungen Social Media auch als Anfänger nutzen kannst.

* Wie Du Facebook, Blog und Co. mit überschaubarem Zeitaufwand pflegst.

* Wie Dein Unternehmen im Social Web neue Kunden gewinnen und Kundenbeziehungen pflegen kann.

Stefanie Norden

Stefanie Norden ist Teil des Teams von B2N Social Media Services. Unser Team unterstützt kleine Unternehmen, sich auch als Anfänger und mit wenig Zeit im Social Web bekannt zu machen. Unter "Leistungen" erfährst Du, wie wir auch Dir helfen können, mittels Social Media neue Kunden zu gewinnen.

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