Weiter geht’s mit unserer Artikelreihe aus der Social-Media-Praxis, in der uns Unternehmen, bisher Einzelunternehmen, davon erzählen, wie Social Media Ihnen bei ihren unternehmerischen Zielen hilft. Nach Andrea Fahrbach von Gewandfantasien ist nun Janett Reimann von Textschöpfung an der Reihe:

 

Social Media, mein Unternehmen und ichSocial-Media-Praxis: Janett Reimann von Textschöpfung

Mein Name ist Janett Reimann, ich bin 29 Jahre jung und lebe in Burgwedel, einem kleinen naturnahen Ort bei Hannover. Fragt man mich, welche drei Worte mich am besten beschreiben, würde ich sagen: schreibbegeistert, musiksüchtig und perfektionistisch.

Vor zwei Jahren, im Februar 2013, habe ich mich dazu entschieden, meine Schreibbegeisterung auch beruflich auszuleben – als freiberufliche Webtexterin. Das war die Geburtsstunde von „Textschöpfung“. Seither verhelfe ich meinen Kunden mit treffenden Worten zu einem erfolgreichen Online-Auftritt: Ich betexte Websites, schreibe Blogbeiträge, erstelle Texte für Werbemails und Newsletter, verfasse Produktbeschreibungen und wissenschaftliche Texte.

 

Am Anfang war der Blog

Die sozialen Medien begleiten mich von Anfang an. Zuerst habe ich mir eine Website mit dazugehörigem Blog eingerichtet. Kurze Zeit später folgten Accounts bei Facebook, Twitter und Google+. Ein Xing-Profil habe ich mir auch zugelegt. Derzeit vegetiert es aber eher vor sich hin. Die Schuld daran gebe ich der verkrampften Atmosphäre und den unerschöpflichen Anfragen von Kontaktsammlern dort. Ich konnte mich deswegen nie für diese Plattform erwärmen.

 

Warum ich mich ursprünglich für Social Media entschied

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit machte ich eine Konkurrenzanalyse und stellte dabei fest: Viele meiner Kollegen nutzen keine sozialen Netzwerke für ihr Unternehmen. Die meisten betreiben eine Website ohne Blog. Hier sah ich für mich einen klaren Wettbewerbsvorteil. Denn Suchmaschinen lieben frischen Content. Durch einen regelmäßig gepflegten Blog erhöht sich die Chance, von potenziellen Kunden gefunden zu werden. Und diese Chance nimmt mit jedem weiteren Blogbeitrag zu.

Twitter, Facebook und Google+ wollte ich anfangs dafür einsetzen, meine Blogbeiträge bekannter zu machen.

Das war meine Anfangsmotivation – bis mir dann das gesamte Potenzial der sozialen Medien bewusst wurde.

 

So nutze ich Social Media heuteSocial-Media-Praxis: Janett Reimann von Textschöpfung

Soziale Netzwerke als Streukanäle für meine Blogartikel? – Das klang zunächst noch gut. Doch schnell war der Fehler im System gefunden: Bei durchschnittlich einem Blogbeitrag pro Monat wäre in jeder Wüste mehr los gewesen als in meinen Social-Media-Präsenzen.

Niemand hat Lust, einem toten Profil zu folgen!

Soziale Medien heißen schließlich nicht umsonst „sozial“: Wie die Kommunikation leben sie von zwischenmenschlicher Interaktion. Auf eine Aktion folgt eine Reaktion. Poste ich regelmäßig hochwertige und relevante Beiträge, erreiche ich andere und erhöhe somit meine Reichweite und meinen Bekanntheitsgrad. Ich überdachte daher meinen ursprünglichen Plan und entschloss, Social Media effektiver zu verwenden.

Heute teile ich zwar auch meine eigenen Beiträge, kombiniere diese aber zusätzlich mit interessanten und zielgruppenrelevanten Inhalten von anderen Quellen. Thematisch bewege ich mich dabei in den Bereichen Content-Marketing (hier speziell das Texten), Rechtschreibung und Grammatik sowie Usability.

Traffic-Quelle Nummer eins ist mein Blog. Er zieht tatsächlich die meisten Besucher an. Auf Facebook und Twitter bin ich am aktivsten. Google+ ist im Moment noch ein Spiegelbild meiner Facebook-Seite. (Das möchte ich dieses Jahr ändern.)

Die sozialen Netzwerke dienen mir also in gewisser Weise schon zum Pushen meiner eigenen Beiträge. Sie können aber noch viel mehr.

 

Nicht nur ein Streukanal: Das leisten soziale Medien für mein UnternehmenSocial-Media-Praxis: Janett Reimann von Textschöpfung

Ein paar Vorteile hatte ich eben schon kurz angerissen. Das wären: Ich erhalte mehr Aufmerksamkeit, erreiche mehr Menschen und werde bekannter. Das ist alles sehr positiv für die Kundengewinnung.

Ein weiterer Vorteil: Durch die geteilten Beiträge (eigene wie fremde) nehmen mich andere als Expertin wahr. Das hat eine ähnliche Aussagekraft wie Referenzen, Zertifikate oder Zeugnisse. Potenzielle Kunden können sich von meinem Fachwissen direkt überzeugen und mit eigenen Augen sehen, dass ich mein Handwerk verstehe. Keine Fallstricke, Falltüren oder linke Tricks. Anfängliches Misstrauen, das gerade im Internet hoch ist, wird dadurch abgebaut. Ich werde als seriös, professionell und vertrauenswürdig erlebt. Das stärkt die Kundenbindung.

Daran schließt sich auch der nächste Vorteil an: die Greifbarkeit. Als Webtexterin habe ich einen Beruf ohne persönlichen Kundenkontakt. Ich mache keine Kundenbesuche, skype nicht und habe auch keinen Podcast. Kundenkontakte reduzieren sich auf unzählige E-Mails und eher seltene Telefonate. Ein sehr anonymes Arbeiten. Hier werden die sozialen Medien ihrem Namen voll gerecht: Sie machen mich greifbar. Interessierte können mit mir interagieren, sich austauschen, chatten und plaudern. So wirke ich echt – nicht wie eine unbekannte Gestalt vor irgendeinem Computerbildschirm. Für mich ersetzen die sozialen Medien das Fehlen eines persönlichen Treffens.

Daraus ergibt sich gleich der nächste Vorteil: der Aufbau von stabilen Beziehungen zu Kunden und Kollegen. Durch den regen Austausch über die Social-Media-Kanäle lernt man sich näher kennen. Sympathien entstehen. Das Vertrauen wächst. Die Loyalität nimmt zu. Man baut ein Netzwerk aus Kunden und Kollegen auf. Das ist von unschätzbarem Wert für mich.

Damit helfen mir die sozialen Medien ungemein bei der Markenbildung. Vor gut zwei Jahren war „Textschöpfung“ niemandem ein Begriff. Dank Social Media können sich Interessierte ein besseres Bild von mir und meinem Unternehmen machen. Es ist wie ein Blick in meine Berufswelt.

Über Social Media, speziell Twitter, finde ich aber auch schnell viele interessante und spannende Beiträge anderer Blogger. Die besten teile ich dann mit meinen Kontakten. Die sozialen Netzwerke sind für mich also auch Newsfeeds, über die ich mich aktuell halte und weiterbilde.

 

Kunden über Social Media gewinnen – geht das?

Ja, das geht. Der Blog leistet gute Arbeit bei der Kundenakquise. Facebook und Co. genieren auch hin und wieder ein paar Kunden. Einige der Kunden beziehen sich in ihren Anfragen manchmal sogar auf bestimmte Social-Media-Beiträge von mir. Und auch die Auswertung meiner Besucherdaten zeigt mir: Viele Kunden lesen vor der ersten Kontaktaufnahme einige meiner Blogbeiträge, oft besuchen sie mehrfach meine Präsenzen auf Facebook, Twitter und Google+.

 

Die NachteileSocial-Media-Praxis: Janett Reimann von Textschöpfung

Der größte Nachteil ist der Zeitfaktor. Einen Blog und drei Social-Media-Accounts zu pflegen, ist anstrengend und zeitintensiv. Ich muss Beiträge schreiben, Grafiken erstellen, neue Beiträge von anderen lesen, teilen, kommentieren, beantworten, vorausplanen, auswerten und dabei den Überblick behalten. Viel Organisation also. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Besonders wenn ich viel zu tun habe. Da die sozialen Medien aber für mich werben sollen, möchte ich mir dafür künftig noch mehr Zeit nehmen. Denn werben sollte man immer – vor allem dann, wenn man volle Auftragsbücher hat.

Ein weiterer Faktor ist die hohe Ablenkungsgefahr. Man darf nicht zu tief ins soziale Netzwerk eintauchen, sonst verliert man sich darin. Das erfordert einiges an Disziplin. Ich löse dieses Problem mit einem Timer.

Ein weiterer Nachteil ist die Angst vor dem gefürchteten Shitstorm. Möge er mich immer verschonen.

 

Das mache ich nicht in den sozialen Netzwerken

  • Plump und aggressiv werben. Das tun meine Social-Media-Kanäle auch ohne Marketingsprech. Nämlich ganz subtil und auf einzigartige Weise.
  • Mich prahlerisch selbstdarstellen und übertreiben. Das bringt mir nichts, außer einem tiefen Fall und verärgerte Kunden. Ich verhalte mich in den sozialen Netzwerken wie ich mich im echten Leben auch verhalte. Authentischsein gewinnt!
  • Kommentare von anderen ignorieren. Das ist unhöflich. Hat sich jemand die Mühe gemacht, mir einen Kommentar zu schreiben, bekommt er auch eine Reaktion von mir.
  • Meine Statistik aus den Augen verlieren. Das wäre schädlich. Die Daten verraten mir, welche Themen gut ankommen und welche nicht. So kann ich permanent meine Social-Media-Strategie anpassen und den Erfolg meiner Seite überwachen.

 

Fazit: Social Media für mein Unternehmen unentbehrlich

Ich möchte Social Media nicht mehr missen. Auch wenn die Pflege meiner Social-Media-Präsenzen viel Zeit kostet, angesichts der vielen Vorteile nehme ich dies gerne in Kauf.

Soziale Medien machen mein Unternehmen sichtbar, erhöhen meinen Bekanntheitsgrad und stärken die Kundenbindung. Sie sind für mich unverzichtbar. Ohne Social Media würde mein Unternehmen genauso auffallen wie ein Goldfisch im Goldfischbecken. Mit Social Media wird aus dem Goldfisch ein Koi. Ich bin froh, mich für die sozialen Medien entschieden zu haben, und kann nur jedem Unternehmer empfehlen, das Potenzial zu nutzen und es mir gleichzutun.


Stefanie Norden

Stefanie Norden ist Teil des Teams von B2N Social Media Services. Unser Team unterstützt kleine Unternehmen, sich auch als Anfänger und mit wenig Zeit im Social Web bekannt zu machen. Unter "Leistungen" erfährst Du, wie wir auch Dir helfen können, online neue Interessenten zu gewinnen.

3 Comments

Ralph · 26. Januar 2015 at 13:32

Ein lesenswertes Interview über die Social-Media-Praxis von KMU oder Ein-Person-Unternehmen. Aus eigener Erfahrung weiß ich um die Herausforderung der Content Organisation.

Beste Grüße

Ralph

    Janett Reimann · 27. Januar 2015 at 11:13

    Herzlichen Dank für die Einschätzung, Ralph! Mit einem durchdachten Redaktionsplan und Planungstools wie Hootsuite lässt sich diese Herausforderung gut bewältigen – wenn man denn konsequent ist.

    Grüße aus dem sonnigen Burgwedel

    Janett

      Ralph · 28. Januar 2015 at 07:41

      Hallo Janett,

      stimmt! Dieses Gespann aus Redaktionsplan, Social-Media-Management-Tool und Selbstdisziplin hilft wirklich gut weiter im Online-Alltag. Herausfordernd wird die Selbstdisziplin sein 😉

      Beste Grüße nach dem sonnigen Burgwedel

      Ralph

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