In der letzten Woche waren Stefanie, Tristan und ich als Aussteller auf dem Bremer Gründungstag vertreten. Es war anstrengend, aber wie auch im Jahr davor hat es viel Spaß gemacht. Was mir auf diesen Messen immer am besten gefällt, sind die Gespräche mit all den Social-Media-Einsteigern, die die Chance nutzen, an unserem Stand ihre Fragen und Bedenken anzusprechen. Einen besseren Einblick in die Herausforderungen von Unternehmen, die noch nicht im Social Web vertreten sind, kann ich gar nicht kriegen.

Heute nutze ich die noch frischen Erinnerungen für ein Thema, das in der einen oder anderen Form alle Unternehmen betrifft, die sich noch nicht in den sozialen Netzwerken bewegen:

Social Media, das notwendige Übel.

Social Media – Notwendiges Übel statt Spaß?

Ein Übel? Harte Worte

Ich definiere einen Unternehmensauftritt in den sozialen Netzwerken heute bewusst nicht als Spaß oder unterhaltsame Tätigkeit. Denn es gibt viele Menschen, die sich in den sozialen Netzwerken nicht wohl fühlen. Und das ist in Ordnung!

Wirklich, ich kann verstehen, wenn Menschen ein reales Gespräch einem Chat vorziehen und ihr Unternehmen lieber in der realen Welt präsentieren wollen als auf Facebook und Co. Ich war vor sechs Jahren auch eine große Gegnerin von Facebook. Deshalb werde ich nicht behaupten, dass Social Media Spaß machen muss und jeder es genießen muss, in den sozialen Netzwerken aktiv zu sein.

Aber – natürlich kommt nun ein großes Aber – wenn Social Media keinen Spaß macht, ist ein Unternehmensauftritt in den sozialen Netzwerken trotzdem notwendig.

 

Ein Übel, aber ein notwendiges

Wer persönlich keine Notwendigkeit spürt, sich in den sozialen Netzwerken zu bewegen, tut sich schwer damit, nachzuempfinden, dass andere dies tun. Ganz zu schweigen von dem Druck, dass man daran Spaß haben muss. Mir geht es ähnlich mit den großen Fußballturnieren: Ich kann nicht nachvollziehen, dass dieser Sport so sehr begeistern kann.
Allerdings ist Fußball nicht relevant für den Erfolg deines Unternehmens, wenn Du nicht gerade Fußbälle oder Sportschuhe herstellst. Social Media ist es schon. Dein Social-Media-Auftritt ist das, was vor 15 Jahren eine normale Website war: Nicht unmittelbar notwendig, weil Dein Geschäft auch ohne läuft. Aber zukünftig wirst Du ziemliche Probleme kriegen, wenn Du weiterhin darauf verzichtest. Oder kennst Du viele Unternehmen, die heute keine Website und trotzdem Erfolg haben?

Wenn Du Social Media persönlich nichts abgewinnen kannst, betrachte es dennoch als Notwendigkeit. Meinetwegen so wie Deine Buchhaltung und die Steuererklärung. Auch die machen nicht unbedingt Spaß, aber deshalb würde niemand auf die Idee kommen, einfach darauf zu verzichten.

Und nun? Ändere den Blickwinkel!

Wahrscheinlich sind wir einer Meinung wenn ich sage, dass es Dich langfristig nicht glücklich machen wird, wenn Du Dich durch einen Social-Media-Auftritt quälst. Die Nutzer werden über kurz oder lang merken, dass Du eigentlich gar nicht dabei sein willst. Was kannst Du also tun? Versuche, Deinen Blickwinkel zu ändern. Vielleicht wirst Du sogar feststellen, dass Social Media Dir doch Spaß macht. Und falls nicht, wird Deine moderne Unternehmenskommunikation zumindest nicht zur Qual.

 

Finde das Problem

Finde zuerst heraus, was genau Dich an den sozialen Netzwerken abschreckt. Wenn Du das Problem erst einmal benannt hast, hast Du es schon zur Hälfte gelöst. Schreckt Dich die Komplexität einiger Netzwerke ab? Fehlt Dir der Überblick? Hast Du nicht genug Zeit? Weiß Du nicht, was Du überhaupt posten sollst? Hast Du das Gefühl, in den sozialen Netzwerken nur Trolle und Teenager, aber keine Kunden zu finden? Für all das gibt es Lösungen!

 

Social Media ist zu kompliziert

Wer sich das erste Mal bei Facebook einloggt, ist schnell erschlagen von diversen Funktionen. Alles ist verwirrend, und der erste Impuls ist sich sofort wieder auszuloggen. Zumindest ging es mir so.

Aber: Wie die Netzwerke funktionieren kann man lernen. Und das braucht gar nicht mal so lange. Und du muss nicht einmal wissen, wie jedes Netzwerk funktioniert, sondern nur die, in denen Du vertreten bist. Suche Dir jemanden, der sich einen Nachmittag mit Dir Zeit nimmt und in Ruhe erklärt, wo welche Funktion steckt. Mache Dir ein paar Notizen und Screenshots, und dann kannst Du loslegen. Mit einer Social-Media-Strategie hast Du auch gleich einen Fahrplan, der Dir zusätzliche Orientierung gibt.

 

Das alles kostet Zeit – nicht

Social Media kostet Zeit, das ist wahr. Einen Flyer zu gestalten oder die Website zu überarbeiten, kostet aber auch Zeit. Und Du hast die Kontrolle darüber, wie viel Zeit Du investieren willst. Und mache dir bewusst, dass die investierte Zeit sich lohnt, denn eine gut laufende Unternehmenskommunikation ist Gold wert. Planung und Vorbereitung ist dabei alles: Investiere am Anfang Zeit in einen guten Redaktionsplan, um danach deutlich mehr Zeit zu sparen.

 

Was sollst Du überhaupt posten?

Kurz gesagt: Das, was Deine Zielgruppe interessiert. Das sind immer wieder einmal Deine Angebote. Aber insbesondere sind es Inhalte mit Mehrwert rund um ihre Interessen. Sei es lustig, informativ oder wichtig – biete ihnen das, was sie interessiert. Falls Dir einmal keine Ideen kommen, hole Dir Inspiration bei Deinen Mitbewerbern. Du sollst sie nicht kopieren, aber es spricht nichts dagegen sich inspirieren zu lassen.

 

Auch deine Kunden sind im Social Web

Angle da, wo die Fische sind.

Wenn Deine Zielgruppe nicht gerade explizit aus Internet-Verweigerern besteht, ist sie (zumindest in Teilen) auch im Social Web zu finden. Die Aussage, dass nur Teenager, Trolle und diese Social-Media-Fachleute die sozialen Netzwerke nutzen, ist ein Irrglaube, der gerne von denen verbreitet wird, die alles beim Alten lassen und ihre bekannte Komfortzone nicht verlassen wollen. Eine Stichzahl: Das Durchschnittsalter der Facebook-Nutzer liegt bei über 38.
Falls Deine Zielgruppe wirklich nicht in den sozialen Netzwerken auftritt, solltest Du trotzdem nicht die Hände in den Schoß legen. Gerade diese Nutzer erreichst Du sehr gut mit einem Blog. Denn abseits der anderen Vorteile kommt dieser wie eine normale Website daher, und die Leser müssen nicht erst registrieren, um Deine Artikel lesen zu können.

 

Es ist nicht so schlimm wie befürchtet

Auch, wenn Social Media einfach nicht deins ist, muss es nicht schrecklich sein. Versuche, Dich darauf einzulassen und Dich zu informieren, was genau auf Dich zu kommen würde. Die Herausforderung ist auf jeden Fall zu schaffen. Und wenn Du Dich erst einmal ein wenig in den sozialen Netzwerken eingelebt hast, versuche, die Dinge zu finden, die Dir vielleicht doch Spaß machen. Soziale Netzwerke sollen keine Kontakte im realen Leben ersetzen oder die einzige Form Deiner Unternehmenskommunikation sein. Aber sie können sie ergänzen. Auch, wenn einzelne Netzwerke kommen und gehen, wird die Art der Kommunikation bleiben und sich weiterentwickeln. Lass Dich also nicht abhängen und traue Dich, Teil der sozialen Netzwerke zu werden.

Hast Du auch Bedenken, einen Social-Media-Auftritt für Dein Unternehmen aufzubauen? Was sind die Herausforderungen, vor denen Du stehst?

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