Ungeachtet der mittlerweile aufgekommenen öffentlichen Kritik sind deutsche Banken und Versicherungen große Verdiener am weltweiten Hunger: mehr als ein Sechstel der weltweiten Spekulationen auf Nahrungsmittel werden von ihnen getätigt. Die immer extremer werdenden Spekulationen lassen die Preise der Nahrungsmittel sprunghaft ansteigen, und worüber deutsche Haushalte sich als Luxusproblem beschweren, wird in Entwicklungsländern zur tödlichen Bedrohung. Dieser Artikel soll grundlegende Informationen sowie Informationsquellen darlegen.

Hunger und Preise

Gibt der durchschnittliche Deutsche gerade einmal 10% seines Einkommens für Nahrungsmittel aus, müssen die Menschen in den armen Ländern bis zu 80% dafür ausgeben, sich und ihre Familie zu ernähren. Steigen nun die Preise, ist schnell die Grenze erreicht, ab der die Ernährung schlicht und einfach nicht mehr bezahlt werden kann. Weltweit leiden etwa eine Miliarde Menschen an Hunger, die letzte Hochpreisphase der Agrarrohstoffe in den Jahren 2007/2008 trieb etwa 100 Millionen Menschen zusätzlich in den Hunger, und die Preise haben seit dem vergangenen Jahr erneut ein vergleichbares Niveau erreicht. Vor allem die Hungerkatastrophen Afrikas verschwinden kaum einen Monat lang aus den Nachrichten, und dies bereits seit längerer Zeit.

Märkte und Spekulation

Die Zusammenhänge sowie die Bedeutung der einzelnen Termini im Zusammenhang mit den Nahrungsmittelspekulationen sind für den Laien nicht immer einfach zu durchschauen. Die folgenden Quellen können helfen, die Lage besser zu durchschauen.

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Dieses Video erläutert Vorgehen und Konsequenzen der Spekulation mit Nahrungsmitteln.

Weitere Informationen bietet das Factsheet zur Nahrungsmittelspekulation von Oxfam, das hier zu finden ist.

Und auch Foodwatch bietet Fragen und Antworten: Wie Spekulationsgeschäfte den Hunger befördern

Mit Essen spielt man nicht

Wer nicht will, dass auch sein Geld für solche Spekulationen benutzt wird, sollte die Geschäftsgebahren seiner Bank genauer betrachten:

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist die führende deutsche Bank im Bereich der Nahrungsmittelspekulation und gehört auch international zu den in diesem Bereich aktivsten Instituten(siehe das Factsheet zur Deutschen Bank).

Hatte diese Bank noch im vergangenen Herbst den Anschein erweckt, man wolle, ausgelöst durch den öffentlichen Druck und die Arbeit von Foodwatch, aus der Nahrungsmittelspekulation aussteigen, ruderte man 2012 deutlich zurück und versucht nun, auf Zeit zu spielen (siehe Spiegel Online).

Allianz

Im Jahr 2011 lief die Allianz in puncto Anlagehohe in Fonds zur Nahrungsmittelspekulation sogar der Deutschen Bank den Rang ab. Es wird angenommen, dass nur diese beiden Institute bereits einen Anteil von 14% am weltweiten Markt dieser Fonds ausmachen.

Das Kapital, das die Allianz in Agrarrohstoffen anlegte, hat sich seit 2008 mehr als vervierfacht; einen Ausstige aus der Spekulation lehnt die Allianz bislang ab.

Weitere Institute

Wie sich weitere Banken zum Thema der Nahrungsmittelspekulation positionieren, hat attac hier zusammengetragen.

Was tun?

attac hat unter dem Motto “Krötenwanderung jetzt” eine Seite ins Netz gestellt, die über die Machenschaften der Kreditinstitute aufklärt und so dem Anleger die Möglichkeit gibt, selbst zu bestimmen, was er mit seinem angelegten Geld unterstützen will und was nicht.

Mit Essen spielt man nicht! Oxfam-Petition gegen Nahrungsmittelspekulation:

Nahrungsmittelspekulation stoppen

Kunden der Allianz können hier ihren Unmut über diese Praktiken kundtun:

Oxfam-Appell gegen die Nahrungsmittelspekulationen der Allianz

Weitere Möglichkeiten (Abschiedsbrief an die bisherige Bank, Unterschreiben der Forderungen, lokale Banken unter die Lupe nehmen usw.) bietet attac:

Werde aktiv für ein besseres Bankensystem

Weitere Quellen:

NachhaltigLeben: Allianz-Konzern im Kreuzfeuer von Oxfam

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