Die Spendefreudigkeit der Deutschen, gerade zur Weihnachtszeit, scheint ungebrochen. Die Spendenbriefe im Briefkasten und die Spendendosenschüttler in der Shoppingmeile gehören gewohnheitsgemäß zum Dezember, doch auch das Marketing sowie zahlreiche Online-Anbieter haben die deutsche Spendenwilligkeit entdeckt. Möchte man jedoch, dass das gutmeinend hergegebene Geld auch wirklich einem guten Zweck zugute kommt, empfielt es sich, genauer hinzuschauen.

Christmas-related-Marketing

Hierbei handelt es sich um die weihnachtliche Variante des Cause-Related-Marketing, einem breiten Begriff, der zumeist eine Kampagne eines Unternehmens und einer Nonprofit-Organisation umschreibt, bei der beispielsweise eine Geldspende an den Kauf eines Produktes gekoppelt ist (für jeden Kauf wird ein bestimmter Geldbetrag gespendet). Kommen diese Kampagnen auch ganzjährig vor, treten sie natürlich gehäuft in der Weihnachtszeit auf.

Hierbei bleibt zu hinterfragen, wie glaubwürdig das Engagement der Firmen wirklich ist: steht der gute Zweck oder doch die Umsatzsteigerung im Vordergrund? Hier analysiert die Seite betterplace-lab.org seit dem vergangenen Jahr verschiedene, vermeintlich wohltätige Kampagnen:

Kampagnentest 2011

Kampagnentest 2010

 

Zweifelhafte Spendenbüchsen

Gerade im Umfeld von Weihnachtsmärkten treiben sich  Betrüger herum, die mit Spendendosen und simpel gefälschten Ausweisen gutmeinende Passanten um ihr Kleingeld bringen und es statt dem guten Zweck der eigenen Tasche zuführen. Das ZDF testete im Rahmen einer Reportage selbst, wie wenig Aufmerksamkeit Passanten der Spendendose, in die sie Münzen stecken, zollen.

Hier wird dringend empfohlen, genauer hinzuschauen und am besten nur an bekannte Organisationen zu spenden. Doch auch hier sollten größere Beträge stets besser per Überweisung gespendet werden, zumal dann auch vermutlich Interesse an einer Spendenquittung besteht.

 

Spenden statt Geschenke

Das alljährliche Problem “Was soll ich nur Mama/Papa/Schwägerin/Schwiegervater schenken, sie/er hat doch schon alles!” wird inzwischen von zahlreichen, speziell online agierenden Anbietern aufgegriffen: wenn der Beschenkte schon alles hat, kann man doch das Geld, was man ansonsten in irgendein latent überflüssiges Geschenk gesteckt hätte, in ein Nutztier oder Saatgut für eine bedürftige Familie in der Dritten Welt investieren. Summen und gute Zwecke sind vielfältig, und auch auf Transparenz wird Wert gelegt. Hier drei ausgewählte Anbieter:

Betterplace

OxfamUnverpackt

GlobalGiving

 

Firmenspenden

Inzwischen können auch ganze Unternehmen, im Sinne von CSR und Corporate Giving, firmenumfassende Spenden absetzen und sogar eigene Spendenprojekte ins Leben rufen. Hier können bei einigen Anbietern auch speziell lokale bzw. regionale Projekte gefördert werden.

Spendet.org

Helpedia

 

Weitere Linktipps:

Deutscher Spendenmarkt

Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen

CharityWatch: Empfehlungen und Warnungen im Charitybereich

 

Bereits erschienen:

Es weihnachtet sehr: Nachhaltige Online-Adventskalender

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