Nachdem wir uns im Rahmen unserer Reihe zu Social-Media-Recht bereits mit dem Thema des Impressums im Social Web befasst haben, behandeln wir heute im ersten von zwei Artikeln das Urheberrecht und gängige Probleme damit im Social Web.

Natürlich können wir trotz sorgfältiger Recherche keine Garantie für unsere Aussagen zu Rechtsfragen übernehmen. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an einen Rechtsanwalt. Wir verzichten auch auf eine genaue Darlegung rechtlicher Hintergründe oder Details, die besser bei den bloggenden Rechtsanwälten aus unseren Linktipps nachgelesen werden können. Dieser Artikel soll häufig gemachte Fehler bezüglich des Urheberrechtes im Social Web aufzeigen und vor jenen warnen.

 

Deutsches Recht gilt auch im Internet

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Im Social Web darf ohnehin alles geteilt und benutzt werden, das Internet ist voller frei verfügbarer Texte, Bilder, Videos, Musik etc., das darf dann doch auch alles beispielsweise auf dem eigenen Blog verwendet werden, nicht wahr?

Falsch.

Tatsächlich können Sie davon ausgehen, dass der Großteil dieser Medien urheberrechtlich geschützt sind, was grundlegend bedeutet, dass Sie zur Nutzung eine Erlaubnis benötigen. Haben Sie diese nicht, gehen Sie das Risiko einer kostspieligen Abmahnung ein.

Der Rechtsanwalt Thomas Schwenke geht sogar noch weiter und sagt: Social Media Marketing ohne Urheberechtsverstöße ist nicht möglich. Der Grund liegt darin, dass das deutsche Recht mit der technischen Entwicklung nicht Schritt gehalten hat und somit Vorgänge, die im Social Web alltäglich sind (z.B. das Teilen eines Fotos auf Facebook oder bereits das Vorschaubild, wenn man über Facebook einen Link teilt), bereits Rechtsverstöße darstellen können. Zudem ist es in Deutschland einfacher, als Rechteinhaber diese Verstöße zu ahnden, da Abmahnungen verschickt werden können und man nicht gleich vor Gericht ziehen muss.

Ein ganzer Wirtschaftszweig hat sich inzwischen darauf verlegt, Urheberrechtsverletzungen im Internet aufzuspüren und Abmahnungen im Hunderter- oder Tausenderpack pro Woche zu verschicken. Es ist also ratsam, einige Regeln zu beachten, um sich solche bösen Überraschungen zu ersparen.

Social Media und Urheberrecht: Texte

 

Urheberrecht entsteht für ein Medium nur, wenn es eine bestimmte, sogenannte Schöpfungshöhe, sprich eine gewisse geistige Leistung, erreicht. Wann dies der Fall ist, ist jedoch gesetzlich nicht geregelt. Im Zweifelsfall sollten Sie also sicherheitshalber davon ausgehen, es mit einem urheberrechtlich geschützten Text zu tun zu haben.

Hierbei ist auch sowohl Form, Qualität als auch Länge des Textes zweitrangig. Werden nur Fakten aufgezählt, ist der Urheberrechtsschutz weniger wahrscheinlich, doch je mehr Individualität und Kreativität in einem Text steckt, desto wahrscheinlicher handelt es sich um ein urheberrechtlich geschütztes Werk.

Geschützt ist an einem Text jedoch lediglich sein Wortlaut, nicht die dahinter stehenden Ideen. Wenn Sie einen Text also umformulieren, ist dies nach Urheberrecht zulässig – der Autor wird es dennoch zu schätzen wissen, wenn Sie auf seinen Artikel verlinken, wenn Sie seine Ideen aufgreifen.

Wollen Sie nicht umformulieren, besteht die Möglichkeit des Zitates. Doch auch hier sind die Grenzen eng gesteckt, wie Thomas Schwenke in seinem Artikel „Texte richtig zitieren, statt plagiieren (Anleitung mit Checkliste)“ ausführlich beschreibt.

Generell ist es aus mehreren Gründen nicht ratsam, sich des Kopierens fremder Texte zu bedienen. Es ist sowohl rechtlich sicherer als auch Ihren Kommunikationszielen zuträglicher, wenn Sie mit eigenen Worten niederschreiben, was Sie zu sagen haben.

 

 

Das Teilen von Inhalten in Social-Media-Plattformen

 

Auch Inhalte, die auf Social-Media-Plattformen geteilt werden, verlieren damit nicht automatisch jeglichen Schutz durch das Urheberrecht. Hierbei sind zwei Punkte wichtig:

  • besitzt der Nutzer, der beispielsweise ein Bild bei Facebook hochgeladen hat, das Recht an diesem Bild?

und

  • darf man Inhalte außerhalb dieser Plattform teilen?

 

Lädt jemand ein Bild auf Facebook hoch, ohne dessen Rechte zu besitzen, begeht er einen Urheberrechtsverstoß. Und ebenso jeder, der dieses Bild auf Facebook weiterteilt. Besitzt er die Rechte jedoch, ist auch das Teilen problemlos.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass man dieses Bild dann herunterladen und beispielsweise in seinem Blog verwenden darf. Die Inhalte sind gemäß der AGBs der meisten sozialen Netzwerke lediglich zum Teilen innerhalb der Plattform freigegeben, und der Ersteller behält weiterhin die Rechte an diesen Inhalten.

Besonders schwierig und vor allem kostspielig kann es werden, wenn diese Inhalte rechtswidrig zu geschäftlichen Zwecken, z. B. im Rahmen einer Marketingkampagne, eingesetzt werden.

Will man Inhalte einer Plattform anderweitig verwenden, ist das nur möglich, wenn eine sogenannte Embedding-Funktion angeboten wird. Dabei wird mittels Code beispielsweise ein Youtube-Video in einen Blogbeitrag eingebettet (siehe unten).

 

Quelle und weitere Info: Thomas Schwenke: Teilen im Netz – oder die rechtlichen Grenzen und Gefahren der Verwendung von User Generated Content bei Facebook, Google+, Youtube, Twitter, Instagram & Co

 

Im zweiten Teil dieser Reihe werden wir uns mit den häufigen Problemen rund um Bilderrechte im Social Web sowie Haftungsfragen befassen. Zur Vertiefung des Themas empfehlen wir den ersten Teil des Interviews, dass das Team von Fanpage Karma mit Thomas Schwenke geführt hat.

 

 

 

Links:

http://rechtsanwalt-schwenke.de

http://www.lawbster.de

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Stefanie Norden

Stefanie Norden ist Teil des Teams von B2N Social Media Services. Unser Team unterstützt kleine Unternehmen, sich auch als Anfänger und mit wenig Zeit im Social Web bekannt zu machen. Unter "Leistungen" erfährst Du, wie wir auch Dir helfen können, mittels Social Media neue Kunden zu gewinnen.
Social-Media-Recht: Urheberrecht, Teil 1
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