Das Repinnen war lange Zeit auf Pinterest *das* Erfolgsrezept schlechthin. Wie auch sonst sollte man auf die 20, 30 oder gar 50 täglichen Pins, die vor einigen Jahren empfohlen wurden, kommen? Außerdem ist es schließlich ein Grundgedanke der Social Media, Inhalte von Anderen weiter zu teilen.
Allerdings hatte Repinnen schon immer einen eklatanten Nachteil: Ein super laufender Repin ist zwar toll für die Website, die hinter diesem Pin steht, aber für Deine eigene Website bringt dieser Repin überhaupt nichts.
2020 dann der Paukenschlag: Pinterest stellte seine Best Practices um und legte den Fokus weg vom Repinnen hin zu dem Pinnen von frischen Pins.
Bedeutet das nun, dass Du überhaupt nicht mehr repinnen solltest? Lies weiter. um meine Antwort zu bekommen.
Inhalt:
Was bedeutet “frischer Pin”?
Um das Repinnen richtig einordnen zu können, zu Beginn eine kurze Definition davon, was Pinterest unter frischen Pins versteht:
Ein frischer Pin ist eine Kombination aus einer Pingrafik und einer URL, die noch nie zuvor auf Pinterest gepinnt wurde.
Sprich:
Neue Pingrafiken zu einem neuen Blogartikel, Produkt o. ä. = frische Pins.
Neue Pingrafiken zu einem alten Blogartikel, Produkt o. ä. = frische Pins.
Bereits gepinnte Pingrafiken zu einer neuen oder anderen URL = frische Pins.
Aber aufgepasst:
Bereits gepinnte Pingrafiken zur gleichen URL mit verändertem Pin-Titel oder -Beschreibung = kein frischer Pin
Bereits gepinnte Pingrafiken zur gleichen URL an eine zweite Pinnwand gepinnt = kein frischer Pin
Weiterpinnen von Pins anderer Pinterest-Nutzer auf Deine Pinnwände, also klassisches Repinnen = kein frischer Pin – logischerweise.
Was bedeutet dies nun für Deine Pinterest-Strategie?
Hast Du bislang also Deine eigenen Pins auf mehr als eine Pinnwand gepinnt und viele externe Pins gerepinnt, ist es höchste Zeit, damit aufzuhören!
Pinterests Fokus auf frischen Content verlangt, dass der Großteil Deiner Pins frische Pins sind. Doch bereits wenn Du jeden Deiner neuen Pins an z. B. drei Pinnwände pinnst, wirst Du dieses Ziel nie erreichen. Denn für jeden frischen Pin (ergo der Pin wird zum ersten Mal an die erste Pinnwand gepinnt) produzierst Du zwei Repins. Repinnst Du dann noch externe Pins, ist die Lage hoffnungslos für Deinen frischen Content.
Ein Beispiel aus der Praxis
Anfang des Jahres habe ich ein Experiment gestartet, um zu untersuchen, ob und wieviele Repins dem Pinterest-Erfolg schaden. Als Untersuchungsobjekt nahm ich unser Nebenprojekt “Teilzeitgöttin”, das zu jener Zeit 1,2 Mio. monatliche Betrachter auf Pinterest hatte. Und nach Google brachte Pinterest dem Blog den meisten Traffic.
Ich hielt mich an die Prämisse, dass der Großteil der veröffentlichten Pins frisch sein sollten und plante daher ab dem 01.02. täglich “nur” etwa 30% Repins (3 Pins von 9-10 täglichen Pins) ein.
Tja… so entwickelten sich die ausgehenden Klicks, die von Pinterest aus zum Blog führten:

Der rote Pfeil zeigt, wann mein Experiment begonnen hat. Und die Zahlen gingen so rapide in den Keller (sowohl Klicks als auch Interaktionen und Impressionen), dass ich das Experiment vorzeitig beendet und nicht die eigentlich geplanten vier Wochen durchgezogen habe.
Natürlich kann ich nicht zu 100% ableiten, dass allein das Repinnen Ursache des Zahlenabsturzes war. Aber es war grundlegend das Einzige, das ich in jender Zeit anders gemacht habe. Und die Zahlen haben sich bis heute nicht wieder erholt. Und klar erhebe ich auch nicht den Anspruch, somit einwandfrei bewiesen zu haben, dass Repinnen negative Effekte nach sich zieht. Aber es war überzeugend genug, dass ich nicht noch einmal einen Repin-Anteil von 30% in Betracht ziehen werde.
Bedeutet das, dass Du gar nicht mehr repinnen solltest?
Wie so häufig gibt es hierauf keine eindeutige und allumfassende Antwort.
Gerade, wenn Du neue Pinnwände anlegst und schnell mit mehreren Pin füllen willst, können externe Repins einen guten Zweck erfüllen. Oder wenn es verwandte Themen zu Deinen eigenen gibt, zu denen Du Deiner Zielgruppe auf Pinterest ebenfalls Informationen anbieten willst.
Dabei spielt jedoch eine entscheidende Rolle, wie viele Repins Du pro Tag neben wie vielen frischen Pins pinnst.
Ich empfehle dabei nicht mehr als einen Repin pro Tag und mindestens 5 frische Pins.
Das bedeutet jedoch auch dies: Du kannst Deine eigenen Pins nur an eine einzige Pinnwand pinnen, da sie sonst ebenfalls zu Repins werden!
Aber pro Tag 5 frische Pins, und jede Pingrafik darf nur an eine Pinnwand gepinnt werden – wie sollst Du denn diese Zahlen schaffen?
“Lass Pins regnen” – mein Geheimtipp
Wie man in gleichbleibender Zeit mehr Pins erstellt und sich dabei trotzdem an die Best Practices von Pinterest hält, ist regelmäßig Thema in unserer Pinterest-Membership, der Smart Pinning Society.
Dort teilen Barbara Riedl-Wiesinger und ich all unser Wissen und unsere zeitsparenden Tipps mit den Teilnehmer*innen.
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Danke für die tollen Tipps!
Das Repin-Thema hat ja hohe Wellen geschlagen.
Die eigenen Pins nicht mehr dauernd zu repinnen, hat viele vor eine Herausforderung gestellt.
Da helfen deine Tipps sehr!
Bei Fremdpins bin ich ja der Meinung, dass Pinterest auch ein Geben und Nehmen ist und man durchaus fremde Pins repinnen kann, wenn sie zum Thema passen.
Auch hier mit Maß und Ziel – also Hirn.
Wie bei allem, nicht, um irgendwelche Quoten zu erfüllen, sondern den besten Content für die Zielgruppe zur Verfügung zu stellen.
Wie siehst du das?
Gerne doch 🙂
Inhaltlich sehe ich das Thema Fremdpins sehr ähnlich. Die Frage ist halt: Wie sieht das der Pinterest-Algorithmus? 😀
Solange es nicht wirklich massiv negative Folgen hat, einen geringen Anteil Fremd-Repins zu pinnen, ist das sicher okay. Gerade, wenn es der Zielgruppe gefällt.
Sollte man irgendwann auch für wohldosierte Repins abgestraft werden, müssen wir noch einmal schauen.