Wer die letzten zwei Wochen nicht als Eremit verbracht hat, hatte keine Chance, ihr zu entgehen. Die Rede ist von einer eigentlich eher mittelmäßig funktionierenden App, die aber binnen kürzester Zeit Millionen von Nutzern begeistert hat: Pokémon GO.

Hinter der Jagd nach den kleinen Monstern steckt dabei deutlich mehr als nur ein Spiel für Jugendliche. Einige Unternehmen haben den Erfolg geschickt für ihr eigenes Marketing genutzt, und insbesondere lokale Geschäfte können sehr von dem aktuellen Hype profitieren.

Pokémon

Pokémon und Augmented Reality

Die Animeserie Pokémon startete 1997. Neu sind die kleinen (und großen) Monster also keineswegs. In der Serie zieht die Hauptfigur Ash los, um Pokémon zu sammeln, zu trainieren und so Kämpfe in den Arenen zu gewinnen, wo er gegen andere Trainer antritt.

Die App von Niantic greift dies brilliant auf: Der Nutzer wird zum angehenden Pokémon-Trainer und kann, ähnlich dem Held der Serie, loslaufen und Pokémon sammeln, trainieren und in Arenen gegen andere Nutzer kämpfen.
Der wirkliche Clou an diesem Spiel ist die Nutzung von AR, Augmented Reality. Mithilfe der Kamera des Smartphones wird auf dem Display die reale Welt abgebildet, in welche die zu fangenden Pokémon eingefügt werden.

Tipp: Der Unterschied von VR, Virtual Reality, und AR ist eklatant. Während bei Virtual Reality die reale Welt komplett ausgeblendet wird und der Nutzer vollständig in eine virtuelle Realität abtaucht, ergänzt Augmented Reality die reale Welt mit Einblendungen wie eben Pokémon.

 

Was nutzt Dir Pokémon GO?

Die App bietet keine Möglichkeit, Werbung zu schalten. Auch kommunizieren kann man nicht darüber. Noch nicht zumindest. Wie solltest Du also ein Spiel für Dich nutzen können, wenn Du darin weder Werbung schalten noch Nutzer direkt ansprechen kannst?

Pokémon GO PokestopsDen offensichtlichsten Nutzen haben natürlich Ladengeschäfte, die in der Nähe von sogenannten Pokestops liegen. An diesen Orten können die Spieler kostenlos Items im Spiel erhalten. Zudem kann ein Pokestop für kurze Zeit so aufgewertet werden, dass deutlich mehr und seltenere Pokémon angelockt werden – und dadurch auch viele Spieler. Jeder Cafébesitzer, der eine solche Chance nicht nutzt, verschenkt die Möglichkeit, Kundschaft anzulocken. Die Aufwertung eines Pokestops hält 30 Minuten an und kostet jeweils 1€, womit es kaum eine günstigere Möglichkeit gibt, viele potentielle Kunden zum Ladengeschäft zu locken. Wenn kein Pokestop bei Dir in der Nähe ist, kannst Du kostenlos einen beantragen.

Wenn Du kein Ladengeschäft hast, ist Pokémon GO aber längst nicht bedeutungslos für Dich. Einige Marken und Unternehmen sind schnell auf den Hype aufgesprungen und haben unterhaltsame Werbung erschaffen. Ganz vorne mit dabei natürlich Sixt und Pick Up!
Wenn Dich selbst das Sammelfieber schon gepackt hat, nutze dies, um Deinen Fans in den sozialen Netzwerken einen kleinen Einblick hinter die Kulissen Deines Unternehmens zu gewähren. Du hast in der Mittagspause ein Sterndu gefangen, oder hast einen Geheimtipp, wo bei Dir in der Gegend Evolis zu finden sind? Dann mache ein schönes Bild davon und teile es!

 

Was bedeutet dies für die Zukunft?

Wenn wir ehrlich sind: Jetzt sofort noch nicht so viel. Zwar erfährt Pokémon GO derzeit einen unglaublichen Höhenflug, der den großen sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter sicher nicht allzu gut gefällt. Ob sich dieser Trend aber hält, ist eine andere Frage. Sicherlich ist die Zeit, welche die Nutzer mit den bisherigen Apps von sozialen Netzwerken verbringen, drastisch gesunken. Eine Garantie dafür, dass das so bleibt, ist das allerdings nicht.

Auf der anderen Seite ist AR ein Thema, das zwar schon länger existiert, aber sich erst in den letzten Jahren zunehmend durchsetzt. Pokémon GO zeigt, dass keine besondere Technik notwendig ist, solange man ein Smartphone besitzt. Derzeit dürfte der massive Verbrauch des Akkus und des Datenvolumens den Hype bald wieder dämpfen.

In meinen Augen hat Pokémon GO aber einige Dinge sehr deutlich gezeigt:

  • Du solltest auf jeden Fall prüfen, ob und wie Du neue Trends für Dich nutzen kannst. Sixt und Pick Up! machen es vor.
  • Der Spaßfaktor, kombiniert mit einem gewissen Wettbewerbsgedanken, ist unglaublich motivierend. Denn irgendwie will man doch alle Pokémon sammeln, wenn man erst einmal angefangen hat.
  • Der soziale Faktor darf niemals unterschätzt werden. Sicherlich laufen die Spieler mit dem Smartphone vor der Nase durch die Städte und Parks. Aber gleichzeitig führen Orte wie aufgewertete Pokestops dazu, dass Menschen zusammen kommen und sich austauschen. Auf Facebook gib es bereits zahllose Gruppen, in denen sich die Spieler in ihrer Heimatstadt organisieren.

Hat Dich das Sammelfieber auch gepackt, oder lassen Dich Pokémon kalt? Und nutzt Du Pokémon GO für Dein unternehmen? Wir sind gespannt auf Deine Antwort!

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