Ab dem heutigen 1. September dürfen keine 60 Watt-Glühbirnen mehr hergestellt und verkauft werden. Nur noch Restbestände dürfen in den Läden angeboten werden.
Der korrektere Ausdruck für Glühbirne sollte eigentlich Wärmebirne lauten, wie ich später noch erläutern werde. Der Einfachheit halber benutze ich im weiteren trotzdem den Begriff Glühbirne.

Die Stimmung in der Bevölkerung ist unwillig, und in den vergangenen Tagen haben viele Kunden Glühbirnen-Hamsterkäufe getätigt. Aber warum die ganze Aufregung?

Was ist eine Glühbirne?

(für diejenigen, die vielleicht seit 131 Jahren im Koma gelegen haben)

Die Glühlampe, Glühfadenlampe oder umgangssprachlich Glühbirne ist eine künstliche Lichtquelle, in der ein elektrischer Leiter durch Strom aufgeheizt und dadurch zum Leuchten gebracht wird. Als Leiter wurde im Jahr 1881 von Thomas Edison ein verkohlter Bambusfaden patentiert. Edison hatte auch im Jahr zuvor das Basispatent auf die „Electric Lamp“ erhalten und gilt daher als Erfinder der Glühbirne.

Warum wird die Glühbirne verboten?

(für diejenigen, die Altbewährtes ungern aufgeben)

Glühbirnen verbrauchen viel Energie. Ein durchschnittlicher Haushalt kann laut EU 50 € im Jahr sparen, wenn er von Glühbirnen auf Energiesparlampen wechselt. Würden alle deutschen Haushalte dies tun, könnte in Atomkraftwerk abgeschaltet werden.
Die Glühbirne benutzt die eingesetzte Energie, wo oben schon angedeutet, zum allergrößten Teil zur Produktion von Wärme. Das weiß jeder, der schon einmal eine soeben durchgebrannte Birne mit bloßen Händen wechseln wollte. Gerade einmal bescheidene 5% der verbrauchten Energie werden tatsächlich in Licht umgewandelt.

Bereits 2009 trat das Verbot der 100 Watt-Glühbirnen in Kraft, im vergangenen Jahr traf es dann die 75 Watt-Birnen. Im nächsten Jahr werden die 40- und 25 Watt-Glühbirnen dran kommen.

Was sagen Verbraucher und andere Stellen?

(für diejenigen, die im Chaos von wissenschaftlich fundierter Kritik und simplem Jammern den Überblick verloren haben)

Stiftung Warentest stellte bei den Energiesparlampen, die die Glühbirnen ersetzen sollen, bei einigen Exemplaren Nachbesserungsbedarf an der Lebensdauer sowie der Schaltfestigkeit (ob die Lampe mehrfaches Ein- und Ausschalten aushält) fest.

Kritisch wird betrachtet, dass die Energiesparlampe deutlich teurer als die Glühbirne ist und über den Sondermüll entsorgt werden muss. Auch die Zeitverzögerung, mit der eine Energiesparlampe ihre volle Leuchtkraft entfaltet, trifft nicht überall auf Begeisterung.

Ein oft vorgebrachtes Kriterium zur Disqualifikation der Energiesparleuchte ist die Quecksilberbelastung dieser Leuchtmittel. Das Zutreffen dieses Argumentes wurde vom deutschen Öko-Institut verneint, jedoch von der Zeitschrift Öko-Test bestätigt (vgl. Wikipedia) . Hier scheinen somit weitere Forschungen vonnöten zu sein.

Verbraucher sind häufig dem Glühbirnenverbot gegenüber sehr negativ eingestellt, erachten es als sinnlos und haben den Eindruck, die EU mische sich aus reiner Bürokratiebesessenheit in ihre Privatsphäre ein.

Mein ganz persönliches subjektives Fazit:

Über Emissionen und Lebensdauerzweifel mögen fachlich kompetentere Personen urteilen. Ich habe den Eindruck, die Energiesparlampe ist auf technischer Ebene sicher noch verbesserbar.

Ich persönlich benutze schon seit Jahren Energiesparlampen und kann die Langlebigkeit nur bestätigen; die etwas andere Lichtfarbe und das verzögerte Aufleuchten stören mich eigentlich gar nicht. Die deutsche Verliebtheit in die Glühbirne, mit ihren sagenhaften 95% verschwendeter Energie kann ich nicht nachvollziehen. Ich fürchte, hier kommt erneut ein Verhalten zutage, was so häufig in Erscheinung tritt, sobald die Worte „Öko“ oder „grün“ fallen: eine Ablehnung aus Prinzip. Worin die Gründe hierfür liegen? Ich kann es mir noch nicht erklären. Werde aber vermutlich dem einen ganzen Post in naher Zukunft widmen.

Dass das Verbot von der EU kommt, macht alles nur noch verfahrener, da nach meinem Eindruck die deutsche Regierung in den vergangenen Jahren (ich kann’s nicht konkretisieren, meine mich aber zu erinnern, diesen Eindruck speziell in der Ära Schröder bekommen zu haben) allzu oft, wenn sie eine unliebsame EU-Richtlinie durchsetzen mußte, der EU den schwarzen Peter zugeschoben hat, um selbst besser dazustehen. Wenn man so etwas tut, muss man sich allerdings nicht wundern, dass für große Teile des Volkes die EU auf der Beliebtheitsskala irgendwo zwischen Wurzelbehandlung und Dieter Bohlen rangiert.

Und  leider scheint es mir so, dass aufgrund einer zweifach negativen Vorbelastung viele Leute sich gar nicht mehr die Mühe machen, darüber nachzudenken, ob eine Maßnahme sinnvoll ist oder nicht.

Wie man das ändern kann? Vermutlich langfristig nur mit der Mammutaufgabe eines gesellschaftlichen Wandels hin zu einem nachhaltigeren Bewusstsein. Naja, der Mensch wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben.

 

In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen, glühbirnenfreien Abend.

 

PS: hier kann der Heatball (sieht der Glühbirne verblüffend ähnlich) erworben und der Regenwald unterstützt werden.

 

Quellen:

http://www.news-magazin24.de/2011/09/01/60-watt-gluhbirne-verschwindet-aus-den-regalen/
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-15188/gluehbirnen-verbot-die-richtige-energiesparlampe-finden_aid_425904.html
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-15188/gluehbirnen-verbot-kritik-an-energiesparlampen_aid_425907.html
http://www.gluehbirnenverbot.com/
http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Alva_Edison
http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BChlampe
http://www.heimwerker.de/heimwerker/heimwerker-beratung/bauen-und-renovieren/licht-und-beleuchtung/leuchtmittel-und-gluehbirnen/gluehbirne-gluehlampe.html
http://www.welt.de/wirtschaft/article13578200/Deutsche-haben-inniges-Verhaeltnis-zur-Gluehbirne.html

Categories: Nachhaltigkeit

Stefanie Norden

Stefanie Norden ist Teil des Teams von B2N Social Media Services. Unser Team unterstützt kleine Unternehmen, sich auch als Anfänger und mit wenig Zeit im Social Web bekannt zu machen. Unter "Leistungen" erfährst Du, wie wir auch Dir helfen können, online neue Interessenten zu gewinnen.