Mehr noch als Schnee oder Gänsebraten gehört der Weihnachtsbaum für die meisten zum Fest. Von Anfang Dezember an sind die 25-28 Millionen Nordmanntannen, Kiefern und Fichten, die jährlich in Deutschland gekauft werden, an nahezu jeder Ecke in allen möglichen Größen und Formen zu finden. Die Nachricht, dass rund ein Drittel aller Weihnachtsbäume mit in Deutschland verbotenen Pestiziden belastet sind und diese auch an den Menschen abgeben können, verunsichert allerdings.
Welche Möglichkeiten bestehen, ungiftige Weihnachten zu feiern, woher stammt der Weihnachtsbaumbrauch überhaupt und was muss man tun, damit der eigene Baum nicht plötzlich alle Nadeln von sich wirft?

 

Ursprung des Weihnachtsbaums

Weihnachtsbaum

Ein genauer Ursprung des Weihnachtsbaums lässt sich in der Geschichte nicht finden, aber sein Alter zumindest auf ungefähr 500 Jahre schätzen. In vielen Kulturen war ein geschmückter Baum Teil von Bräuchen, wie man auch am Beispiel von Mai- und Richtbäumen sieht. Immergrüne Pflanzen stehen für Lebenskraft und boten so gerade in den dunklen Wintermonaten einen Anreiz, das eigene Heim mit ihnen zu schmücken. Rot, neben dem Grün die zweite traditionelle Weihnachtsfarbe, wird dabei als Symbol für das Blut Christi gesehen.

Im 19. Jahrhundert trat der Weihnachtsbaum von Deutschland aus seinen Siegeszug um die Welt an:

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Giftige Bäume

Vor einigen Jahrzehnten stammten die Weihnachtsbäume noch größtenteils aus Waldgebieten, während sie heutzutage meistens auf eigenen Plantagen angebaut werden. Drei Viertel der Weihnachtsbäume werden in Deutschland angebaut, der Rest insbesondere aus Dänemark oder Irland importiert. Die langen Transportwege und der große Einsatz von Bioziden und Düngemitteln in den Plantagen birgen mehrere Probleme, denn es werden Umwelt und Gesundheit belastet. Nicht zuletzt sind die Bäume nach einem langen Transport oft nicht mehr frisch, wenn sie endlich im Wohnzimmer ankommen.
Die eingesetzen Pestiziden werden größtenteils vom Regen in den Bogen gespült, wo sie die Umwelt schädigen, aber ein Teil wird von den Bäumen aufgenommen und in den Nadeln gespeichert. Im Warmen öffnen sich die Spaltöffnungen der Nadeln und die Giftstoffe werden freigesetzt. Zwar sind es keine für den Menschen schädlichen Mengen, dennoch wird empfohlen, dass Kleinstkinder und geschwächte Menschen aufpassen sollen.

Wer einen Beitrag zum Umweltschutz und insbesondere seiner Gesundheit leisten und dabei nicht auf seinen Baum verzichten möchte, kann einen ökologisch produzierten Baum mit dem Gütesiegel des FSC oder der Öko-Anbauverbände kaufen. Biobäume sind zunehmend gefragt, dennoch sind erst 5% aller Weihnachtsbäume ökologisch produziert. Teurer als “normale” Weihnachtsbäume sind sie kaum.

Weihnachtsbäume zum Zurückgeben

Wer keinen geschlagenen Weihnachtsbaum möchte, der nach dem Fest auf dem Müll landet, kann über einen lebendigen Baum im Topf nachdenken, der nach dem Fest weiterwächst und so über mehrere Jahre hinweg immer wieder als Weihnachtsbaum dienen kann. Wer zwischen den Festen keinen Platz für eine Tanne hat oder sich das restliche Jahr nicht um den Baum kümmern möchte, ist bei Ecosapin an der richtigen Stelle: Hier werden Weihnachtsbäume im Topf vermietet.
Bequem von zuhause aus wird der passende Baum ausgesucht und der Zeitraum eingegeben, in dem man ihn nutzen möchte. Der Baum wird nachhause geliefert und anschließend wieder abgeholt, um wieder eingepflanzt zu werden. Bis zu viermal können Bäume so verwendet werden, ehe sie anschließend zur Biogasproduktion verwendet werden. Zur Verfügung stehen neben der Nordmanntanne auch Blau- und Rottanne in verschiedenen Größen.
Die einzigen Nachteile daran: Die Transportstrecke ist mitunter recht lang, wodurch wie auch bei den Importen geschlagener Bäume während des Transports viele Schadstoffe entstehen. Auch sind die Bäume von Ecosapins nicht ganz billig. Originell und sicherlich nachhaltiger als die allermeisten anderen Weihnachtsbäume sind sie aber allemal. Ein weiterer Nachteil: In diesem Jahr sind bereits alle Bäume vermietet.

Pflege des Weihnachtsbaums

Niemand möchte, dass der Weihnachtsbaum seine Nadeln von sich wirft, kaum dass er im Wohnzimmer steht. Ein paar Nadeln wird man nach dem Fest immer auffegen müssen, doch mit einigen Tricks kann man die Zahl stark reduzieren. Oberstes Kriterium für wenig abgeworfene Nadeln ist die Frische. Der Weihnachtsbaum sollte nach Möglichkeit erst kurz vor dem Fest gekauft werden, am besten dort, wo er auch geschlagen wurde. Zusammen mit einem Baumständer, in dem der Baum Wasser bekommen kann, reicht dies nach meiner Erfahrung schon aus, damit der Baum das Fest möglichst gut übersteht. Aber es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Tipps, derer man sich bedienen kann: Tipp 1, Tipps 2.

Links

www.3sat.de: Nano Artikel über Pestizide in Weihnachtsbäume, dazu ein Video des Beitrags der Nano Sendung

Ecosapin: Weihnachtsbäume zum Zurückgeben

Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Tipps zur Weihnachtsbaumpflege

Christbaum Schollerer: Noch mehr Tipps zur Weihnachtsbaumpflege

LoveGreen: Weihnachtsbäume zum Zurückgeben

Forstbetriebsgemeinschaft Serkenrode: Artikel über die Problematik der Massenproduktion und umweltfreundliche Alternativen

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