Die Kardinalfrage ist, wie Du Dein Unternehmen mittels Social Media vermarkten kannst.

„Wir machen dann mal Social Media!“ So oder so ähnlich haben leider allzu viele Unternehmen den Schritt ins Social Web begonnen. Eine Facebook-Seite ist schnell eingerichtet, alles Nötige so halbwegs eingerichtet, die ersten ein bis drei Posts zügig raus gehauen und dann?

Tja, dann passiert irgendwie gar nichts. Spätestens wenn Freunde und Familie alle artig die neue Seite gelikt haben, stagniert das Wachstum. Die Motivation sinkt in den Keller und aus einer echten Chance wird eine verwaiste und verwahrloste Geisterstadt. Definitiv kein Aushängeschild für das tolle Unternehmen, dessen Namen die Seite trägt.

Was tun, und woran liegt es?

Wahrscheinlich wurde ohne einen Plan, ohne eine Strategie gestartet. Niemand war sich bewusst, dass auch eine Facebook-Seite zu pflegen nicht nur (etwas) Arbeit macht. Es braucht auch ein Konzept dahinter, um langfristig erfolgreich betrieben zu werden.

Und natürlich wurde auch verkannt, dass Social Media mehr als nur Facebook ist.

Also meine Lieben, zurück ans Reißbrett und richtig machen!

So kannst Du Dein Unternehmen via Social Media vermarkten

Strategie

Basis einer jeden erfolgreichen Business-Aktivität ist eine gut ausgearbeitete Strategie. Ein Masterplan, wenn Du so willst. Dieser beschreibt, mit welchen Mitteln was erreicht werden soll usw.

Eine Social-Media-Strategie bildet also den Plan hinter all den Aktivitäten Deines Unternehmens im Social Web ab. Sie sollte dementsprechend eng mit der Unternehmensstrategie und allen betroffenen Teilstrategien Deines Unternehmens verknüpft sein und deren Grundlagen mit einbeziehen und Rechnung tragen.

Eine Social-Media-Strategie definiert das Ziel, welches Dein Unternehmen mit seinen Aktivitäten in den Social Media verfolgt. Also welches die Zielkunden sind, und auf welchen Plattformen mit welchen Mitteln und welchen Methoden diese erreicht werden sollen.

 

Ziel

Du brauchst ein klar definiertes Ziel für Deine Aktivitäten. Hast Du es nicht, wirst Du immer wieder Schwierigkeiten haben, die richtige Botschaft zu vermitteln. Du wirst selbst nicht richtig wissen, was Du auf der jeweiligen Plattform eigentlich machen sollst. Dies macht es für Dich nur umso schwerer, die richtigen Inhalte, also den richtigen Content, auszuwählen.

Welche Ziele kannst Du also mit Aktivitäten im Social Web verfolgen bzw. realistisch erreichen.

Es gibt vier „Klassiker“:

Kundenservice

Einige große deutsche Unternehmen haben es als Vorreiter beeindruckend bewiesen: Guter Kundenservice geht erfolgreich über Social Media, sei es auf Facebook oder Twitter. Ein fittes Team, das schnell und kompetent auf Kundenanfragen reagiert ist ein echtes Plus für die Kundenzufriedenheit. Auch helfen sogenannte Messenger Bots Standardfragen unabhängig von Tag und Uhrzeit automatisiert zu beantworten. So kann Kundenservice gut über Social Media umgesetzt werden.

 

Employer Branding

Der Fachkräftemangel stellt immer mehr Unternehmen vor die Herausforderung die passenden Mitarbeiter zu finden und langfristig an sich zu binden. Geht es Dir auch so?

Social Media könnte Deine Lösung sein: Ein auf Mitarbeitergewinnung und –bindung ausgelegter Unternehmensauftritt im Social Web dient genau diesem Ziel. Beweise Deinen Mitarbeitern (aktuellen wie zukünftigen), dass Du der richtige Arbeitgeber für sie bist.

 

Marketing

Es ist nicht einfach, direktes Marketing über Social Media zu machen. Die meisten User wollen dort ihre Freizeit verbringen, unterhalten und amüsiert werden. Sie wollen sich höchstens spielerisch mit den Marken verbinden, die ihnen etwas bedeuten. Was sie nicht wollen, ist mit direkten Werbebotschaften bombardiert und zu Käufen genötigt zu werden.

Dementsprechend ist Marketing über Social Media eine echte Herausforderung, die gekonnt und dezent angegangen werden muss, aber auch kann. Gut gemachte Werbung hat eine gute Chance die Anerkennung der User zu gewinnen. Richtig gute schafft es sogar „viral“ zu gehen, also von den Usern selbstständig weiterverbreitet zu werden.

Indirektes Marketing, das z.B. als Anfang eines Lead-Funnels*, die User für das Unternehmen und seine Waren interessiert und sie so dezent zur Kaufentscheidung führt, kann sehr gut und erfolgreich über Social Media umgesetzt werden.

 

*Was ein Lead-Funnel ist, erfährst Du hier. Wenn Du Hilfe beim Aufbau eines Lead-Funnels via Social Media haben willst, findest Du hier alle Informationen.

Public Relations

Während direktes Marketing über Social Media eine echte Herausforderung ist, ist Social Media für Public Relations geradezu wie gemacht. Die normalen User vernetzten und verknüpfen sich im Social Web nicht nur mit ihrer Familie, ihren Freunden und Arbeitskollegen, sondern eben auch mit den Unternehmen, deren Marke und Waren sie mögen bzw. mit denen sie sich identifizieren.

Als Unternehmen kannst Du Dich also so präsentieren, dass Du für User interessant bist. Dies erreichst Du, indem Du den Usern Inhalte anbietest, die für sie einen Mehrwert bieten. Deine Postings sollen also für sie relevant und interessant sein.

 

Zielkunde

Wenn Du definiert hast, welches Ziel Du mit Deinen Aktivitäten verfolgen willst – und konzentriere Dich bitte erst einmal auf eines, damit sich Deine Botschaft nicht verfälscht und unklar wird – musst Du heraus bekommen, wer die potentiellen Kunden sind, die Du ansprechen willst.

Wer sind also die potentiellen Kunden, die das Angebot Deines Unternehmens kaufen könnten?

„Alle“ ist zwar eine typische Antwort, aber leider keine Gute. Zum einen stimmt sie wahrscheinlich nicht, wenn Du einen Moment darüber nachdenkst, zum anderen ist sie einfach zu unspezifisch um sie direkt anzusprechen. Du brauchst die Zielkundendefinition also genauer, deutlich genauer, um exakt zu sein. Witziger weise ist es erfahrungsgemäß weniger schädlich für ein Unternehmen, eine zu genaue Zielkundenansprache zu haben, als eine zu ungenaue. Heißt: Wenn Du jemanden nicht ganz genau ansprichst, weil er/sie von Deinem sehr genauen Zielkundenbild abweicht, wird diese Person eher eine positive Kaufentscheidung fällen, als wenn Du ihn nicht genau ansprichst, weil Deine Kundenansprache zu ungenau ist. („Das Unternehmen spricht mich zwar nicht genau an, aber offensichtlich wissen sie genau, wen sie ansprechen wollen“ verkauft sich also besser.)

Definiere Deinen Zielkunden also so genau wie möglich. Als Tipp: Beschreibe genau einen Menschen, mit Namen, Alter, Lebens- und Familiensituation, Beruf, Hobbies und allem was dazu gehört. Das klingt vielleicht erst einmal komisch, aber es wird Dir später sehr helfen. Mit diesem genauen Bild vor Augen, weißt Du, welchen Content er oder sie interessant finden wird, wenn Du ihn anbietest.

Vielleicht hast Du bereits einen Kunden gehabt, der Dir ausgesprochen sympathisch war. Er war wahrscheinlich unkompliziert und freundlich im Umgang und so weiter. Er ist der eine Kunde, von dem Du gern noch viel mehr hättest, Dein Benchmark-Kunde mit dem Du alle anderen Kunden vergleichst. Nimm‘ ihn als Basis für Deinen Zielkunden oder ganz vereinfacht: Benutze ihn als Deinen Zielkunden (und idealisiere ihn ruhig schamlos). (Bei Employer-Branding wäre es natürlich der ideale Mitarbeiter bzw. Bewerber, usw.)

Eine gute Zielkundendefinition ist wirklich essentiell für Deinen Aktivitäten-Erfolg, also investiere die nötige Zeit und Arbeit in diesen Schritt.

 

 

Zwischenfazit

Jetzt weißt Du also was Du erreichen willst, und wen Du erreichen willst. Das ist Deine Basis, der theoretische Teil Deiner Social-Media-Strategie. Das Fundament auf dem Deine Aktivitäten im Social Web basieren werden.

Und jetzt – endlich? – kommst Du zur praktischen Umsetzung und zu der Facebook-Unternehmensseite vom Anfang.

 

Plattformwahl

Nun geht  es also in die aktive Phase und dazu steht für Dich die Beantwortung der Frage an: Wo sind meine Zielkunden und kann ich sie dort mit meinen Mitteln erreichen?

Als einfaches Beispiel: YouTube macht für Dich nur Sinn, wenn Du regelmäßig hochqualitative Videos posten kannst. Diese zu produzieren kostet Zeit und Geld.

Eine junge Zielgruppe auf der anderen Seite neigt dazu von einem neuen Netzwerk, welches aktuell „in“ ist, zum nächsten zu wandern. Das heißt, wenn Du sie erreichen willst, solltest Du bereit sein, ihnen zu folgen. Was wiederum heißt, dass Du Dich aktiv über diese Trends informieren musst. Du wirst Dich immer wieder neu in neue Netzwerke und ihre Besonderheiten einarbeiten müssen usw.

Aber schauen wir uns erst einmal an, was es auf dem weiten Feld aktuell als „etablierte“ Möglichkeiten gibt:

 

Blog

Auch wenn der Blog kein klassisches Netzwerk ist, ist und bleibt der Blog der ungeschlagene König des Social Webs. Dies hat einige Gründe und ein paar davon stechen klar hervor:

Ein Blog ist Deine eigene Plattform. Du hostest ihn selbst, er liegt auf Deinem Webspace und nur Du allein entscheidest, ob Du Änderungen in Funktionalität oder Design vornimmst, Du bestimmst die Regeln und kontrollierst Deine Inhalte und die Reaktionen darauf. Außerdem wirkt sich Deine Aktivität auf Deinem Blog positiv auf die Suchergebnisse Deiner Website bei Google aus, wenn Du den Blog mit der Website verknüpfst. Mittels entsprechender Suchmaschinenoptimierung Deiner Blogartikel kannst Du diesen Effekt sogar noch deutlich verstärken.

 

Facebook

Die meisten Menschen denken an Facebook, wenn sie Social Media hören, und das sicher nicht ohne Grund. Das weltweit Nutzerstärkste soziale Netzwerk ist der Branchenriese, Konkurrenz (zumindest in weiten Teilen der Welt) Mangelware. Ist jemand im deutschsprachigen Raum im Social Web unterwegs, ist er höchstwahrscheinlich mindestens ein Mitglied von Facebook. Von Jung bis Alt, Mann wie Frau, jedes Interessengebiet (solange es jugendfrei ist, da ist Facebook sehr strikt) ist auf Facebook vertreten und für Dich zu erreichen. Im Gegensatz zu Privatpersonen, welche ein Profil besitzen, betreiben Unternehmen Seiten (Fanpages) um sich mit ihren Interessenten (Fans) zu verknüpfen. Facebook funktioniert fast immer, egal wie sehr über den berühmt-berüchtigten Facebook-Algorithmus diskutiert oder das Ende des Branchenprimus herbei geredet wird.

 

Twitter

Den Kurznachrichtendienst kennt spätestens seit einem gewissen US-amerikanischen Präsidenten auch jeder. Twitter besticht durch seine Aktualität, es werden schnell kurze Nachrichten (bis 280 Zeichen) geschrieben und verteilt, oft mehrfach am Tag und vielfach eben auch zu aktuellen Themen. Hier steht die Verbreitung von knappen Botschaften und die Verknüpfung mit anderen Twitterern (oftmals Experten) im Vordergrund.

 

Pinterest

Pinterest ist grundlegend eine Suchmaschine für Bilder. Gute gemachte, richtig bezeichnete und präsentierte Bilder können hier ein hervorragendes Aushängeschild für Dein Unternehmen sein. Dies liefert Dir, richtig gemacht, insbesondere Trafik für Deine Website.

 

Instagram

Jung, Hip, Bilder. Die Bilder von Stars und Sternchen mit product placement auf Instagram haben den Ausdruck „Influencer“ hervor gebracht. Instagram ist der Ort zur Selbstdarstellung mit schicken Fotos und kurzen Videos und ein Dauerbrenner der jungen Generationen. Man kann erfolgreich Marketing und PR über Instagram betreiben, wenn man weiß wie und die nötigen hochqualitativen Fotos und Kurzvideos anbieten kann.

 

YouTube

Das Urgestein. Die meisten Deutschen kennen YouTube länger als den Ausdruck Social Media. YouTube ist immer noch die einzige relevante, nachhaltig erfolgreiche Plattform um Videos zu präsentieren. Hast Du Videos von und über Dein Unternehmen, gehören sie auf YouTube. Idealerweise hast Du aber eben auch immer wieder etwas Neues, um Deine Fans bei Interesse und Laune zu halten. Scheust Du den Aufwand qualitativ hochwertige Videos zu produzieren nicht, ist YouTube Deine Plattform.

(Anmerkung: Denk‘ aber daran, dass Facebook und YouTube keine Freunde sind – verlinke also nicht Deine YouTube-Videos auf Facebook. Lade sie stattdessen mit Facebooks eigenem Service auf Deine Unternehmensseite hoch, Deine Reichweite wird es Dir danken.)

 

Du hast die Qual der Wahl, oder eben nicht. Du weißt, welches Ziel und welchen Zielkunden Du erreichen willst. Informiere Dich über die Plattformen und Du wirst schnell herausfinden, welche die Richtigen für Dich sind.

Als Tipp: Fang lieber mit einer oder wenigen Plattformen an und steigere Dich später. Qualität siegt klar über Quantität, auch und gerade, wenn es um die Pflege Deiner Unternehmensauftritte geht.

 

Content und Redaktionsplan

Hast Du Deine Präsenzen auf den von Dir ausgewählten Plattformen eingerichtet, geht es nun darum sie mit Inhalten (Content genannt) zu füllen, seien es Grafiken, Fotos, Videos, Link- oder Textposts. Jede Plattform und insbesondere die Nutzer jeder Plattform haben ihre eigenen Präferenzen und Erwartungshaltungen an Inhalte auf der jeweiligen Plattform. Informiere Dich darüber, beachte sie, aber sei euch bereit etwas Neues zu versuchen und etwas zu experimentieren. Und natürlich: Habe einen Plan. Blindwütig heute mal zig Posts hintereinander posten und dafür die nächsten drei Wochen nichts mehr, sieht nirgendwo gut aus. Der Schlüssel ist Kontinuität. Jedes Netzwerk erlaubt es direkt oder indirekt (über externe Planungstools, die es in den Basisversionen oft kostenlos gibt) Beiträge im Voraus zu planen. So ist eine systematische Präsentation Deines Unternehmens, im Idealfall genau zu den Zeiten, in denen Deine Zielkunden online und aktiv auf dem Netzwerk sind, für Dich planbar.

Nutze für die Planung und Entscheidung, welche Inhalte Du wann und wo veröffentlichen willst unbedingt einen Redaktionsplan. Ein Redaktionsplan ist eine zeitliche Übersicht darüber, was Du wann (Datum, Uhrzeit) wo veröffentlichen willst. Du hast in einem Redaktionsplan eine Übersicht über Oberthemen, vorhandene und noch zu kreierenden Content und allem drum herum. Idealerweise sollte ein Redaktionsplan wenigstens einen Monat umfassen.

 

Fazit

Social Media ist ein Marathon. Du brauchst eine gute Basis und insbesondere auch Ausdauer und Geduld. Eine gut ausgearbeitete Social-Media-Strategie liefert Dir diese Basis und damit die Fähigkeit den Marathon langfristig erfolgreich mit zu laufen. Klar ist ein Zwischensprint, z.B. mit bezahlter Werbung oder einem Gewinnspiel, möglich, aber der wahre Erfolg liegt darin im Dauerlauf langfristig dabei zu bleiben.

Solltest Du Dich fragen, warum Du mit Deinem Unternehmen im Social Web präsent sein solltest: Weil Du ohne ein entsprechendes Engagement nicht nur zahllose erfolgsversprechende Potentiale ungenutzt lässt, sondern auch weil Du nur so Dein Unternehmen zukünftig wettbewerbsfähig erhalten wirst.**

Dieser Grundlagenartikel sollte Dir eine Übersicht verschafft haben, wie Du Dein Unternehmen auf einen erfolgreichen Auftritt in den Social Media vorbereitest. Du solltest jetzt wissen, wie Du Dein Unternehmen via Social Media vermarkten kannst. Viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung!

Sollte Du Hilfe dabei brauchen, helfen wir Dir gern. Kontaktiere uns einfach.

Informationen zu unserem Online-Kurs zu diesem Thema findest Du hier.

 

** Drei Gründe, warum Dein Unternehmen ohne Social Media unter geht, erfährst Du hier.


Tristan Büchtmann

Tristan Büchtmann ist Teil des Teams von B2N Social Media Services. Unser Team unterstützt kleine Unternehmen, sich auch als Anfänger und mit wenig Zeit im Social Web bekannt zu machen. Unter "Leistungen" erfährst Du, wie wir auch Dir helfen können, online neue Interessenten zu gewinnen.

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