Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 9: Screen-Design

So langsam wächst in mir der Verdacht, dass die Reihenfolge der Hefte so gestaltet ist, dass der zukünftige Online-Redakteur* abwechselt begeistert und gelangweilt wird. Während CSS mir ziemlichen Spaß gemacht hat und es großartig war, an der Einsendeaufgabe zu tüfteln, ist das Thema Screen-Design für mich wieder relativ dröge und zäh. Informativ und wichtig, sicherlich, aber nichts, womit man mich zu Begeisterungsstürmen veranlassen kann. Und das hat nichts damit zu tun, dass das Heft mit rund 120 Seiten eines der dicksten des Fernstudiums ist – durchgearbeitet habe ich es in der Rekordzeit von zwei Tagen.

Was ist Screen-Design?

Screen-Design ist mehr als das Gestalten einer hübschen Oberfläche für Websites und Software. Screen-Design ist bedeutend wichtiger: Es schafft Ordnung, gibt dem Betrachter die nötige Übersicht und führt ihn durch die Struktur der Seite zu den Dingen, die ihn interessieren. Das Design einer Oberfläche soll den Nutzer ansprechen und verführen, sich weiter mit der Thematik auseinanderzusetzen. Um all das zu erreichen, muss die Person, die für das Screen-Design verantwortlich ist, genau wissen, wie der Mensch bestimmte Dinge wahrnimmt. Denn nur dann kann eine Oberfläche so gestaltet werden, dass sie das gewünschte Ziel erreicht.

Aller Anfang ist schwer

Ich habe mich anfangs sehr schwer getan, mit dem Heft warm zu werden. Die Sprache ist eher umständlich und monoton. Sicher, rechtliche Normen wie die Regeln für ergonomische Softwaredialoge können kaum spannend erklärt werden, aber dennoch waren diese ersten Seiten keine Freude. Später wurde es besser, hätte in meinen Augen aber dennoch mehr Pepp vertragen. Gut waren die zusammenfassenden Wiederholungen an jedem Kapitelende, die alles übersichtlich zusammenfassten.
Die Themen rund ums Screen-Design selbst sind dafür interessant und machen deutlich, weshalb man nicht zu wenig Zeit in die Gestaltung eines Webauftritts investieren sollte. Gut gefallen hat mir der wiederholte Hinweis, sich auf die Zielgruppe zu konzentrieren.

SEO: Gefährliches Halbwissen

Unschön war der etwa einseitige Abstecher in das Thema SEO, auch wenn der Begriff selbst nicht fiel. So wurde empfohlen, Meta-Tags zu setzen, ohne darauf hinzuweisen, dass das von Google schnell als Hinweis auf Spam gewertet werden kann. Keywords wurden grundsätzlich erwähnt, aber wesentlich mehr als die Tipps, dass Keywords am Anfang eines Textes oder Absatzes wichtiger sind als am Ende, und dass sie häufiger als einmal auftauchen, sollten wurde nicht erwähnt.
Dass das Thema Links recht heikel ist und man wirklich auf qualitativ hochwertige Links achten sollte, wurde nicht aufgeführt. Das Heft beschränkte sich darauf, dass Links von anderen Seiten auf die eigene Website gut für die Suchmaschinenergebnisse sind und der Text dieser Links nach Möglichkeit Keywords der eigenen Website enthalten sollte.
Alles in allem bin ich mit diesen Punkten nicht sehr glücklich, da sie inzwischen einfach veraltet sind oder gefährliches Halbwissen vermitteln.

Etwas altbacken…

… kam dieses Heft über Screen-Design daher. Was ich schon in den letzten Heften immer wieder bemängelt habe, machte sich auch hier wieder bemerkbar: Der beschriebene Stand der Technik ist von vorgestern. Sicherlich soll man es im Screen-Design nicht mit den verwendeten Bildern übertreiben. Aber ich zumindest kenne keinen Menschen, der in seinem Browser das automatische Laden von Bildern deaktiviert, weil er mit einem langsamen Modem im Internet surft. Und auch die Notwendigkeit der websicheren Farben ist seit gut 10 Jahren wegen der immer besser werdenden Technik zunehmend bedeutungslos geworden. Eine vollkommen identische Farbanzeige auf verschiedenen Geräten ist eh Utopie, was mir der Vergleich von Grafiken auf meinem Laptop-Monitor und dem Zweitmonitor immer wieder beweist.
Auf der anderen Seite wird bereits von Smartphones geredet und ein Foto eines Smartphones bei einer Augmented-Reality-Anwendung gezeigt. Insgesamt bleibt so das Gefühl zurück, dass das Heft irgendwann einmal ein bisschen aktualisiert wurde, ohne wirklich alle Texte auf den neuesten Stand zu bringen.

Ankreuzen ist nicht ohne

Die Einsendeaufgabe hatte es übrigens durchaus in sich. Sie bestand aus 20 Fragen, für die jeweils drei oder vier Antwortmöglichkeiten zur Verfügung standen. Einige der Fragen ließen sich ziemlich leicht und einige durch das Ausschlussverfahren aller falschen Antwortmöglichkeiten beantworten, während einzelne schon richtig kniffelig waren. Für diese musste ich die entsprechenden Abschnitte mehrmals lesen und wirklich nachdenken, welche Antwort wohl die richtige ist. Für das Einprägen der Lektionen ist das auf jeden Fall wertvoll.
Großer Bonus: Die Korrektur ist unglaublich schnell. Ich hatte die Einsendeaufgabe nachts eingereicht und am nächsten Morgen die Note dafür im E-Mail-Postfach. Schneller geht es wirklich nicht.

 

Weitere Teile der Serie:
Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 1: Meine Erwartungen

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 2: HTML-Grundlagen

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 3: Online-Texten

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 4: Texte Redigieren

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 5: Textarten

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 6: Recherche

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 7: Kommunikation

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 8: CSS

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 10: Telemediarecht

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 11: Gründung

Mein Weg zum Online-Redakteuer, Teil 12: Phase 5

Mein Weg zum Online-Redakteuer, Teil 13: Projektmanagement

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 14: Videos

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 15: Videoschnitt

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 16: Videobearbeitung

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 17: Fotodesign

Mein Weg zum Online-Redakteur, Teil 18: Bildbearbeitung

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Frauke Bitomsky

Frauke Bitomsky

Frauke Bitomsky ist Teil des Teams von B2N Social Media Services. Unser Team unterstützt kleine Unternehmen, sich auch als Anfänger und mit wenig Zeit im Social Web bekannt zu machen. Unter "Leistungen" erfährst Du, wie wir auch Dir helfen können, mittels Social Media neue Kunden zu gewinnen.
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